Weltverbrauchertag

Mehr Transparenz im Finanzbereich gefordert

Im Vorfeld des Weltverbrauchertages fordern Verbraucherschützer eine unabhängige Finanzberatung und eine bessere Kontrolle.

Berlin. Mehr Transparenz und mehr Rechte für Verbraucher: Der Weltverbrauchertag am Donnerstag (15. März) rückt unter dem Motto „Unser Geld, unsere Rechte“ die mangelnde Transparenz des Finanzmarkts ins Zentrum. Rund um den Globus fordern Verbraucherschützer von der Politik, strenger gegen Abzocke vorzugehen und eine bessere Finanzberatung durchzusetzen, wie die Organisation Consumer International (CI) erklärte.

Viele Verbraucher hätten zum Beispiel Probleme, die verschiedenen Finanzprodukte zu verstehen, teilte CI mit. Das liege entweder an mangelnden Informationen oder an der Komplexität der Produkte. Generell sei es schwierig oder sogar unmöglich, sich auf dem Markt der Anlagemöglichkeiten zurechtzufinden.


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Mit Blick auf das diesjährige Motto „Unser Geld, unsere Rechte“ mahnt Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), zu Fortschritten bei der Finanzberatung und im Kampf gegen den Klimawandel. „Wir sehen viele überforderte Verbraucher, besonders bei langfristigen Themen wie der Altersvorsorge“, sagte Billen. Eine flächendeckende und unabhängige Finanzberatung, wie sie die Verbraucherzentralen böten, könne vor großen Fehlern schützen.

Insgesamt zieht Billen aber eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. „Die Grundrechte für Verbraucher sind weltweit auf dem Vormarsch“, sagte der vzbv-Chef. „Die entscheidende Frage ist aber, nicht nur Recht zu haben, sondern auch Recht durchzusetzen.“ 50 Jahre nach der wegweisenden Rede des US-Präsidenten John F. Kennedy, in der dieser grundlegende Forderungen des Verbraucherschutzes aufstellte, gebe es in über 100 Staaten Verbraucherorganisationen, darunter auch in Schwellenländern.

Seit einigen Jahren stünden Verbraucherfragen immer stärker unter dem Vorzeichen der Globalisierung, sagte der vzbv-Chef. So beträfen Klimawandel und Finanzkrise die Menschen überall auf dem Globus. Für die Regelungsbemühungen der Europäischen Union fand Billen lobende Worte: „Die EU ist in den letzten zehn Jahren eher ein Treiber als ein Bremser“, sagte er über die Entwicklung der Verbraucherrechte.

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Die Frage der Finanzen bezeichnete Billen als weltweit eines der wichtigsten Themen. Am wichtigsten sei eine gute Aufklärung der Verbraucher. „Wenn die Leute da Pech haben, ist es das Thema, bei dem sie am meisten Geld verlieren“, sagte er in Bezug auf Geldanlage und Altersvorsorge.

Billen erneuerte seine Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer. „Die Finanzindustrie hat eine dienende Funktion für die Realwirtschaft. Dem Eigenleben, das sie entwickelt hat, muss man ein Ende setzen.“ Die Aufsicht über die Anbieter von Finanzprodukten müsse verbesser werden, denn bisher blickten die Kontrolleure nicht durch die Verbraucherbrille.

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Abseits der Finanzthemen sei es eine der Hauptaufgaben des weltweiten Verbraucherschutzes, die Ernährungssituation zu verbessern, sagte Billen der dapd. Während die Bürger in den Industrieländern sich vielfach ungesund ernährten, litten rund eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unterernährung. Der Verzicht auf Subventionen für Fleischproduktion könne dazu beitragen, dass mehr Menschen bessere und erschwinglichere Nahrung bekämen. Außerdem hoffe er, dass die Energiewende dem Klimaschutz Auftrieb geben werde. (dapd/abendblatt.de)

Weitere Infos zum Weltverbrauchertag auf der vzbv-Webseite

Weltverbrauchertag bei Consumers International