148 Beschäftigte in Hamburg, Bremen und Hannover betroffen. In Hamburg protestierten etwa 160 Angestellte gegen Schließungen.

Hamburg. Die Beschäftigten von Nokia Siemens Networks (NSN) bangen um ihre Jobs. Etwa 160 Angestellte haben gestern in Hamburg gegen die Schließung der Standorte in Norddeutschland protestiert. Laut Martin Geißler, IG-Metall-Sprecher für die Region Hamburg, sind 148 Beschäftigte existenziell von den Schließungen betroffen. Nokia Siemens Networks plant, 30 der 35 Standorte in Deutschland zu schließen und will damit 2900 seiner 9000 Stellen abbauen. In Norddeutschland sind die Betriebe in Bremen, Hamburg und Hannover betroffen. Das Joint Venture mit Sitz in Finnland verkauft Hard- und Softwarekomponenten für Mobilfunk- und Datennetze.

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Während die Entwicklung vorrangig in Süddeutschland ansässig ist, übernehmen die norddeutschen Standorte zu 80 Prozent Serviceleistungen. Bekannt ist, dass sich das Unternehmen von seiner Festnetzsparte trennen will. Eine Betriebsversammlung unmittelbar vor der Demonstration sollte gestern für Klarheit über die Zukunftsaussichten sorgen. Doch nach der Sitzung zeigten sich viele Mitarbeiter betroffen von der "Hilfs- und Konzeptlosigkeit der Betriebsleitung", wie Gewerkschaftsvertreter Martin Geißler es nannte. Man habe den Beschäftigten keine Antworten auf Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Standorte geben können. "Somit fehlt uns jegliche Grundlage für eine vernünftige Verhandlung mit dem Arbeitgeber", sagte Geißler.

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Auch von Siemens selbst ist mittlerweile offene Kritik zu hören. Bereits am Wochenende äußerte sich Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Er sagte der "Süddeutschen Zeitung", dass man die geplante Schließung des Münchner NSN-Zentralstandorts nicht so einfach akzeptiere. Die Betriebsratsvorsitzende im Norden, Kerstin Sprengard, freute sich über den Vorstoß. Sie sagte, dass die Aussagen "auch für die Nordstandorte Hoffnung machen".