Schwedisches Möbelhaus

Vorwürfe: Ikea soll Mitarbeiter und Kunden bespitzelt haben

Ikea unter Druck: Die französische Gewerkschaft FO hat Anzeige wegen der illegalen Verwendung von persönlichen Daten erstattet.

Paris. Ikea sieht sich in Frankreich schweren Vorwürfen ausgesetzt, Mitarbeiter und auch Kunden systematisch bespitzelt zu haben. Die Gewerkschaft FO erstattete gegen das aus Schweden stammende Möbelhaus am Donnerstag Anzeige wegen der illegalen Verwendung von persönlichen Daten. Die Staatsanwaltschaft von Versailles leitete Vorermittlungen ein. Ikea hatte bereits zuvor eine zügige Aufklärung der Vorwürfe in Aussicht gestellt, über die das Enthüllungsblatt „Canard Enchaîné“ berichtet hatte.

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Die Sicherheitsabteilung der französischen Ikea-Tochter soll demnach 2003 ein privates Sicherheitsunternehmen beauftragt haben, dem Unternehmen Informationen über Mitarbeiter und Bewerber zu übermitteln. Darunter seien auch vertrauliche Daten gewesen, die normalerweise nur Polizeibeamten zugänglich sind, schrieb der „Canard“. Als Beispiele wurden Angaben zu möglichen Vorstrafen, Einträgen in der Verkehrssünder-Kartei oder Kontoauszüge genannt.

Ein Dutzend Mitarbeiter von drei Filialen im Großraum Paris haben nach Informationen der Zeitung „Le Parisien“ die Gründung einer Selbsthilfe-Organisation angekündigt. Neben dem Personal und Bewerbern sollen auch Kunden ausspioniert worden sein, die mit Ikea im Rechtsstreit lagen. (dpa)