Kevin Costner soll Ölpest stoppen

Der Hollywoodstar erfand Reinigungsmaschine. Benzinpreise in Deutschland vor neuem Anstieg

Washington. Hollywoodstar Kevin Costner, 55, soll BP im Kampf gegen die Ölpest helfen. Der britische Konzern habe bei dem Schauspieler 32 Maschinen bestellt, die das verseuchte Wasser im Golf von Mexiko von Öl befreien sollen, meldete gestern der US-Nachrichtensender CNN. Costner ("Der mit dem Wolf tanzt") besitzt eine Firma, die entsprechende, rund 1800 Kilo schwere Zentrifugen baut. Er habe die Vorrichtung Anfang der 90er-Jahre gemeinsam mit seinem Bruder, einem Wissenschaftler, erfunden, sagte Costner vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Die Maschine sauge das ölige Wasser aus dem Meer auf, schleudere es mit hoher Geschwindigkeit herum und spucke 99 Prozent pures Wasser und ein Prozent reines Öl aus. "Das ist der Weg, eine Ölpest im 21. Jahrhundert zu bekämpfen", sagte er. Er habe in den vergangenen 15 Jahren rund 19 Millionen Euro in die Entwicklung investiert.

Die Aktie des britischen Energiekonzerns BP ist derweil beinahe auf Ramschstatus herabgestuft worden. Die US-Ratingagentur Fitch senkte die Kreditwürdigkeit des Ölriesen von "AA" um sechs Stufen auf "BBB". Das ist die zweitniedrigste Anlageempfehlung. Damit wird es für den Konzern teurer, sich Geld zu leihen. Rund acht Wochen nach Beginn der Ölpest drohen jetzt auch Auswirkungen auf deutsche Autofahrer. Experten gehen davon aus, dass die Benzinpreise deutlich steigen werden.

Im Unglücksgebiet wird die Lage immer dramatischer. US-Politiker forderten von den Briten, 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) in einen Fonds für die Säuberung der US-Küste zu zahlen. Forscher rechneten zudem damit, dass deutlich mehr Öl ins Meer auslaufen wird als von BP angegeben. US-Präsident Obama will die bedrohten Ökosysteme für die künftigen Generationen retten. Er werde alles tun, um den typischen Lebensstil am Golf "für unsere Kinder und unsere Enkel und unsere Urenkel" zu erhalten, sagte er bei einem Besuch in der Region.