VW leidet unter technischen Problemen von Chrysler

Washington. Die technischen Probleme des Partners Chrysler springen auf Volkswagen über. Der Wolfsburger Autohersteller ruft in den USA 15 900 seiner Minivans vom Typ Routan in die Werkstätten. Die Wagen beruhen auf Chrysler-Technik und werden auch von den Amerikanern gebaut.

Wegen einer falschen Verkabelung droht ein Kurzschluss an der Schiebetür. Das kann nach Angaben von VW schlimmstenfalls zu einer Überhitzung und dadurch zu einem Brand führen. Über tatsächliche Unfälle ist aber noch nichts bekannt geworden.

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit veröffentlichte den Rückruf auf ihrer Website. Bereits am Montag der vergangenen Woche hatte Chrysler die weitgehend baugleichen Minivans Chrysler Town & Country sowie Dodge Grand Caravan in die Werkstätten beordert, betroffen sind weltweit knapp 319 000 Wagen aus den Jahren 2008 und 2009. Alle Fahrzeuge rollen im selben Werk des US-Herstellers vom Band.

Volkswagen hatte seine Variante des Autos vor zwei Jahren vorgestellt. Den Wolfsburgern fehlte ein für den nordamerikanischen Markt geeigneter großer Van. Der in Europa angebotene Sharan war in die Jahre gekommen. In Deutschland verkauft Chrysler das Schwestermodell als Grand Voyager.

Seit Monatsbeginn summiert sich die Zahl der Rückrufe in den USA auf ein halbes Dutzend. Allein der Chrysler-Konkurrent General Motors beorderte 1,5 Millionen Wagen wegen eines feuergefährlichen Wischwasser-Erhitzers zurück, den der größte der drei US-Hersteller in einer ganzen Reihe von Modellen verbaut hat.

Die gesamte Branche ist derzeit höchst sensibel für technische Defekte, nachdem Toyota seinen Ruf durch den verschleppten Rückruf der Wagen mit klemmenden Gaspedalen beschädigt hatte. Der japanische Autobauer musste deswegen in den USA eine Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar (13,6 Millionen Euro) zahlen.