Automobilkonzern

Toyota überprüft nach Pannen alle Geländewagen

Tokio. Toyota hat für einen Geländewagen seiner Luxusmarke Lexus nun einen weltweiten Verkaufsstopp verhängt und stellt vorübergehend die Produktion des Autos ein. Der japanische Konzern habe entschieden, den Verkauf des Lexus GX 460 "weltweit auszusetzen, das heißt nach den USA auch in Russland und im Nahen Osten", sagte eine Toyota-Sprecherin. In Deutschland wird das Fahrzeug nicht verkauft.

Toyota hat seit Monaten mit einer beispiellosen Pannenserie zu kämpfen, von der mehrere Modelle und Millionen Autos betroffen sind. Am Mittwoch kündigte der weltgrößte Autohersteller nun einen Verkaufsstopp für den Lexus-Geländewagen GX 460 in den USA an und will die Autos Sicherheitstests unterziehen. Zudem will das Unternehmen von Freitag an die Herstellung des Modells bis zum 28. April in seinem Werk im japanischen Tahara einstellen.

Toyota reagierte mit dem Verkaufsstopp für den GX 460 sowie der angehaltenen Produktion auf einen kritischen Bericht des US-Verbrauchermagazins "Consumer Reports". Das Magazin hatte das Fahrverhalten des Modells bei hohen Geschwindigkeiten bemängelt und in einem seltenen Schritt vom Kauf abgeraten. Bei rasanter Fahrweise droht dem Bericht zufolge das Heck des Autos auszuscheren, bevor computergesteuerte Kontrollen das Fahrzeug stabilisieren können.

Vom GX 460 wurden weltweit bislang 6000 Exemplare verkauft. Toyota sei derzeit dabei, das Problem zu analysieren, sagte die Konzernsprecherin. Wenn das Problem identifiziert sei, wolle das Unternehmen über einen Rückruf entscheiden. Auch stelle der Konzern all seine anderen Geländewagen auf den Prüfstand, sagte die Sprecherin. Überprüft würden unter anderem die Modellreihen Land Cruiser, Land Cruiser Prado und Rav4 - deren Verkauf werde aber nicht ausgesetzt.

Wettbewerber Mazda will in Japan knapp 35 200 Autos seines Modells Mazda 3 in die Werkstätten rufen, in China rund 54 000. Der Rückruf des Kompaktwagens bezieht sich auf Modelle, die zwischen 2006 und 2009 gebaut wurden. Bei den Autos bestehe die Gefahr, dass ein Ölschlauch durch Reibung an einer Kühlerabdeckung bei unebenen Straßenverhältnissen beschädigt werden und ein Loch bekommen könnte. Die Bauteile wurden demnach zu nah beieinander verbaut. Bislang habe es deswegen zwei Beschwerden gegeben, es seien aber noch keine Unfälle gemeldet worden. Der Mazda 3 ist in Europa, Japan und China ein viel verkauftes Modell. Über einen möglichen Rückruf außerhalb Asiens ist noch keine Entscheidung gefallen.