Energieprojekt

Ostsee-Pipeline kostet 1,4 Milliarden Euro mehr

Berlin. Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream wird deutlich teurer als bislang bekannt. Die Gesamtkosten für das Projekt beliefen sich auf 8,8 Milliarden Euro - 1,4 Milliarden Euro mehr als bislang öffentlich kommuniziert wurde, sagte ein Nord-Stream-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Bei dem Mehrbetrag handele es sich um Finanzierungskosten, die bislang unerwähnt geblieben seien und nicht zu den eigentlichen Projektkosten gehörten. Diese Zusatzkosten seien nicht veröffentlicht worden, da diese schwer zu planen und "von der Marktsituation abhängig" seien, sagte der Sprecher. Der jetzt bekannt gewordene Mehrbetrag sei in seiner Höhe aber "relativ fest".

Knapp eine Woche nach dem offiziellen Baustart fiel gestern auch an der deutschen Ostseeküste der Startschuss für die Pipelinebauarbeiten. Bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern werde nun ein Graben zwischen Anlandestation und Wasserkante getrieben, mit dem die Pipelinerohre an das Festland angebunden werden. Die Arbeiten würden bis Mitte Mai dauern. Die Umweltorganisationen WWF und BUND gehen gegenwärtig noch per Eilantrag gerichtlich gegen die Baugenehmigung im Greifswalder Bodden vor. Die geplanten Ausgleichsmaßnahmen reichen ihrer Ansicht nach nicht aus.

Die Ostsee-Pipeline ist eines der größten Energieprojekte in Europa. Die rund 1220 Kilometer lange Rohrleitung soll von Ende 2011 an vom russischen Wyborg Erdgas nach Deutschland befördern.