Bundesverband legt Zahlen vor

Musikbranche verliert weiter an Umsatz

Das Internet wird für die deutsche Musikindustrie immer wichtiger. Vom Branchenumsatz von 1,803 Milliarden Euro im vergangenen Jahr (2008: 1,842 Milliarden) gingen 118,3 Millionen auf das Konto von Musikdownloads. Das seien 34,6 Prozent mehr als im Vorjahr (87,9 Millionen Euro), teilte der Bundesverband Musikindustrie mit. Der Wachstumsmarkt bereitet Verbandspräsident Dieter Gorny allerdings auch Sorgen.

Gorny beklagte die "kostenlose Kultur" von Netzpiraten, die einen hohen Schaden verursache. Trotz des stark gestiegenen Musikkonsums habe die Branche in den vergangenen zehn Jahren 40 Prozent ihrer Umsätze und Arbeitsplätze verloren. Auch wenn die Zahl illegaler Downloads 2009 von 316 Millionen auf 258 Millionen zurückgegangen sei, zehre die Internetpiraterie weiter an der wirtschaftlichen Grundlage des Kreativsektors. Gorny: "Wenn wir hochwertige Inhalte wollen, werden wir dafür bezahlen müssen." Bei den Downloads sorgten vor allem die Musikalben für gute Geschäfte, deren Absatz auf 7,6 Millionen Euro stieg (plus 65 Prozent). Gut liefen auf dem drittgrößten Musikmarkt der Welt die CD-Verkäufe, die verglichen mit 2008 um 1,5 Prozent auf 147,3 Millionen Stück zunahmen und rund 90 Prozent des Umsatzes stellen. Insgesamt sanken die Musikverkäufe, neben den CDs etwa auch Singles und DVDs, leicht auf 1,53 Milliarden Euro.