Medizintechnikhersteller

Dräger verdient weniger - erhöht aber Dividende

Hamburg. Der weltweit führende Medizintechnikhersteller Dräger hat die Wirtschaftskrise mit einem blauen Auge überstanden. "Wir schreiten aus der Talsohle heraus", sagte der Vorstandsvorsitzende der Drägerwerkverwaltungs AG, Stefan Dräger, bei der Vorstellung der Bilanz gestern in Hamburg. Fürs laufende Jahr rechne er wieder mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich, die operative Rendite (Ebit-Marge) soll auf fünf bis sechs (Vorjahr: 4,2) Prozent steigen.

2009 lag der Umsatz mit rund 1,91 Milliarden Euro um 0,7 Prozent unter dem des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach um mehr als 24 Prozent auf 80,1 Millionen Euro ein. Dennoch will die Konzernspitze vorschlagen, dass die Dividenden der Stammaktie von 29 auf 34 Cent und der Vorzugsaktie von 35 auf 40 Cent je Aktie erhöht werden.

Belastet wurde die Bilanz unter anderem durch den Rückkauf der Siemens-Anteile an der Dräger Medizintechnik. Die Transaktion ist zwar rechtlich noch nicht abgeschlossen, da die Zustimmung des Kartellamtes aussteht. Da der Kaufvertrag jedoch bereits Ende Dezember unterschrieben wurde, wird er bereits in der Bilanz des Jahres 2009 wirksam. Vor dem Hintergrund des dadurch steigenden Kapitalbedarfs kündigte Stefan Dräger eine Kapitalerhöhung an, an der sich auch die Familienaktionäre beteiligen werden: "Dadurch könnten dann auch weitere Zukäufe möglich werden, wenn der Markt es zulässt."

Auf den angekündigten Personalabbau wurde weitgehend verzichtet. Zwar wurden vor allem in den USA einige Hundert Beschäftigte entlassen, dafür wurde der Personalbestand unter anderem am Stammsitz in Lübeck aufgestockt. Weltweit beschäftigte Dräger Ende 2009 rund 11 000 Mitarbeiter (plus 1,5 Prozent). Durch das im Sommer 2009 aufgelegte Sparprogramm sowie neue Produkte in der Medizin- und der Sicherheitstechnik will Dräger 2010 rund 80 Millionen Euro Kosten im Vergleich zu 2008 sparen. Ab 2011 sollen es sogar 100 Millionen Euro jährlich sein.