Jahrespressekonferenz in Hamburg

RWE Dea will bis 2015 Ölförderung verdoppeln

Hamburg. Der Erdöl- und Erdgasförderer RWE Dea ist bei seiner Suche nach Erdöl erfolgreicher als viele Konkurrenten und will die Förderung stark ausweiten. "Bis 2015 wollen wir die Förderung verdoppeln", sagte der neue Vorstandschef Thomas Rappuhn gestern auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg. Damit sollen auch die Gewinne wieder steigen.

Das Unternehmen hat zuletzt besonders viel Geld in die Erkundung und Erschließung neuer Lagerstätten investiert. RWE Dea steigerte die Investitionen 2009 insgesamt um 40 Prozent auf 855 Millionen Euro, das ist ein Rekordwert.

Weit mehr als die Hälfte der Erkundungsprojekte waren so erfolgreich, dass dort in Zukunft gewinnbringend Öl gefördert werden kann. Der Durchschnitt der Branche liegt weit darunter. Bei seinen Planungen geht der Konzern von einem stabilen Ölpreis aus, der sich bei einem Wert von 80 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) bewegt.

Entsprechend der ehrgeizigen Wachstumspläne wächst auch die Belegschaft: 235 neue Mitarbeiter stellte der Konzern im vergangenen Jahr ein und erreicht nun 1278 Vollzeitstellen. Am Hauptsitz in Hamburg kamen 92 Beschäftigte hinzu. "Diesen Aufbau wollen wir fortsetzen", so Rappuhn.

Das Unternehmen weitete zuletzt insbesondere seine Aktivitäten in Norwegen, Ägypten oder Libyen aus. Hinzu kämen neue Gebiete etwa in Turkmenistan oder Aserbaidschan.

In Deutschland erkundet der Ölkonzern ein Gebiet unter dem Wattenmeer und an der Ostsee bei Kiel. Bei den Plänen werde die Bewerbung um die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe berücksichtigt. Bisher fördert das Unternehmen die Hälfte seines Produktionsvolumens in Deutschland, unter anderem durch die Bohr- und Förderinsel Mittelplate in der Nordsee vor Cuxhaven.

Wirtschaftlich spürte das Unternehmen im vergangenen Jahr allerdings die Krise: Der Überschuss brach 2009 auf 54 Millionen Euro ein - nach 280 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank um 25,6 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Vorstand Lutz-Michael Liebau begründete dies mit krisenbedingten Preis- und Nachfragerückgängen bei Öl und Gas.