Kriminalität

Zigarettenschmuggel kostet Staat jährlich vier Milliarden Euro

Berlin. Die Erhöhung der Tabaksteuer wird als eine der wichtigsten Ursachen genannt: Dem Staat gehen durch Zigarettenschmuggel und den Umstieg der Raucher auf andere Tabakprodukte jährlich mindestens vier Milliarden Euro verloren. Dazu kommt ein Schaden für Industrie und Handel von rund 1,2 Milliarden, geht aus einer gestern in Berlin vorgelegten Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag des Deutschen Zigarettenverbandes hervor. Durch die Steuererhöhung 2002 und 2006 seien Raucher auf alternative Produkte ausgewichen - auf in Deutschland versteuerte Feinschnittprodukte sowie "in erheblichem Maße" auf Schmuggelware.

Der Anteil schwarz gerauchter Zigaretten in Deutschland ist damit in den vergangenen Jahren von 16 auf 20 Prozent oder 23 Milliarden Stück gestiegen. Während er in einigen westlichen Gebieten bei weniger als 20 Prozent liegt, steigt er in einigen ostdeutschen Gebieten auf mehr als 50 Prozent. Laut HWWI kamen die meisten illegalen Zigaretten aus der Ukraine (3,2 Milliarden) und Russland (2,4 Milliarden). Den größten Anteil hat die in beiden Ländern illegal produzierte Marke "Jin Ling".

Das HWWI warnte davor, dass ein Nebeneinander teurer versteuerter und billiger unversteuerter Zigaretten zu der Entwicklung organisierter Kriminalität führen könne. Zum Beispiel gebe es in den US-Bundesstaaten unterschiedliche Steuersätze, was zu einem schwunghaften Schwarzhandel geführt hat. Ansätze zu organisierter Kriminalität beim Zigarettenschmuggel seien "auch in Europa erkennbar".