Automobilindustrie

Betriebsrat lehnt Opel-Sanierungsplan ab

Rüsselsheim. Beim angeschlagenen Autobauer Opel stehen die Zeichen mehr denn je auf Konfrontation: Laut Betriebsrat plant das Opel-Management einen drastischen Stellenabbau vor allem in Deutschland und Belgien. Kreisen zufolge will GM zudem das Opel-Werk im belgischen Antwerpen nun doch schließen.

Gleichzeitig lehne Opel-Chef Nick Reilly eine Kapitalbeteiligung der Belegschaft und weitere Forderungen der Arbeitnehmer trotz früherer Zusagen ab, hieß es vom Betriebsrat. Das von Reilly angepeilte Ziel, den Sanierungsplan bis zum Monatsende vorzulegen, wird damit immer unrealistischer.

In einem Brief an die Belegschaft wies Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz gestern den neuesten Sanierungsplan für den Autobauer als unzureichend zurück: "Der erst vor wenigen Tagen vorgelegte sogenannte "Viability Plan VI" bietet nach umfangreichen Analysen keine Chance, eine erfolgreiche Zukunft für Opel/Vauxhall in Europa zu gewährleisten." Konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Umsatzes seien in dem Konzept nicht beschrieben. Der Plan sehe vor, im laufenden Jahr etwa 8 300 der 48 000 Stellen in Europa abzubauen, vor allem in Deutschland und Belgien. Die Personalplanung für die folgenden Jahre liege hingegen ebenso wenig vor wie die Aufteilung der Abbauzahlen, kritisierte Franz, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef von Opel ist.

In der Verwaltung solle bei den "Indianern" massiv abgebaut werden, während gleichzeitig Führungspositionen für weitere "Häuptlinge" geschaffen würden.

Franz betonte, das Konzept sehe auch immer noch Werksschließungen vor. Dies lehnen der Betriebsrat und die IG Metall ab. Sie hatten den Verzicht darauf zur Bedingung für einen Lohnverzicht gemacht. "Wir sollten nicht die Hand dazu reichen, dass Arbeitnehmerbeiträge der einen für die Stilllegung von Standorten und Vernichtung der Arbeitsplätze der anderen verwendet werden", sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild dem Internetportal "focus.de".

Auch Klaus Franz warnte: "Mit ihrem Geld sollen die Beschäftigten die Werksschließungen und Abfindungen finanzieren. Das werden wir nicht mitmachen." Er warf dem Management auch vor, trotz des ungenauen Geschäftsplans genau zu wissen, wie viel die Beschäftigten abgeben sollen: "Man besteht nach wie vor auf 265 Millionen Euro pro Jahr in Europa", sagte der Gewerkschafter.