Briefmarkt

Geschäftsbriefe: Neue Allianz macht der Post Konkurrenz

Würzburg. Der Wettbewerb auf dem lukrativen Briefmarkt kommt weiter in Schwung. Mehrere Konkurrenten der Deutschen Post greifen den Marktführer mit einem deutschlandweiten Zusammenschluss an. Dazu schließt sich die TNT Post Deutschland mit mehreren Verlagen und Zustellunternehmen zu der neuen Gruppe Mail Alliance zusammen. Die neuen Partner wollen von nächstem Montag an Briefe für Geschäftskunden, Behörden und öffentliche Einrichtungen befördern. Privatkunden können von dem neuen Angebot noch nicht profitieren.

Vertragspartner sind neben TNT Deutschland, die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, die Logistic Mail Factory (LMF) der Augsburger Mediengruppe Pressedruck und der Citipost-Verbund von mehr als 20 Verlagshäusern im Nordwesten Deutschlands. Damit beteiligen sich mehr als 50 Zustellunternehmen an Mail Alliance. Die Briefdienstleister wollen insgesamt vier Briefverteilzentren und ein gemeinsames IT-System einrichten.

Kerngedanke der Mail Alliance sei es, über eine intensive Kooperation und Bündelung der Kräfte und Kompetenzen der beteiligten Partner eine Systempartnerschaft am Briefmarkt zu etablieren, sagte der Geschäftsführer Michael Kunter.

Bisher seien viele der beteiligten Partner nur auf regionalen Märkten aktiv. Durch den Zusammenschluss sei künftig ein republikweiter Brieftransport möglich. "Das ist für alle Beteiligten ein Riesenvorteil", erläutert die TNT-Sprecherin Jeannine Böhrer-Scholz. Die Allianz sei für weitere Kooperationspartner und Gesellschafter offen.

Zu den Kunden der Allianz gehören Unternehmen, Behörden und Selbstständige, darunter Ärzte, Stadtverwaltungen, Versicherungen und Telekommunikationsfirmen. Die Preise je Brief unterscheiden sich je nach Mengen der einzelnen Kunden. Ab 50 Briefen sei die Abholung direkt bei den Firmen kostenlos, so die TNT-Sprecherin. "Die Tarife sind jedenfalls günstiger als bei der Post." Die Sendungen sind in der Regel innerhalb einer Region einen Tag nach der Abgabe beim Empfänger, überregional zwei Tage nach Einwurf. Eine konkrete Laufzeit werde nicht garantiert.

Der günstigere Transport ist unter anderem auch möglich, da die rund 6000 TNT-Beschäftigten in Deutschland nach einem Haustarif bezahlt werden, der mit der Christlichen Gewerkschaft vereinbart wurde. So erhalten die fest angestellten TNT-Zusteller 7,60 Euro die Stunde, sagte TNT-Sprecherin Böhrer-Scholz. Der Postmindestlohn, der von der Deutschen Post als Minimum bezahlt wird, wurde dagegen bei 9,80 Euro festgelegt.

TNT ist nach der Deutschen Post der zweitgrößte Anbieter im Geschäftsbriefbereich; seinen Marktanteil beziffert das Unternehmen in dem Sektor auf zwei bis drei Prozent in Deutschland.