Hamburger Hafen

Service für kleinere Schiffe soll besser werden

Hamburg. Im Wettbewerb mit den europäischen Nordseehäfen setzt Hamburg jetzt auf mehr Effizienz bei der Abwicklung von Zubringerverkehren (Feeder). Die kleinen Containerfrachter, die Ladung von Überseeschiffen vor allem in die Ostseehäfen sowie nach Norwegen und Großbritannien weitertransportieren, sollen künftig schneller abgefertigt werden. Dafür haben die beiden großen Umschlagfirmen, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Eurogate, die Feeder Logistik Zentrale (FLZ) gegründet. Erster Kunde ist die dänische Reederei Unifeeder, der größte Anbieter von Ostseeverkehren in Hamburg. "Unsere Schiffe können den Hafen jetzt durchschnittlich nach 20 Stunden und damit ein bis vier Stunden früher wieder verlassen", so Geschäftsführer Bernd Bertram.

Über die FLZ soll der Informationsfluss zwischen Reedern, den HHLA- und Eurogate- sowie vier weiteren Terminals sowie Lotsen, Festmachern und dem Oberhafenamt gesteuert werden. Für Unifeeder beginnt die Betreuung auf der Höhe von Finkenwerder. Organisiert wird der Anlauf der Frachter an zumeist mehreren Hafenterminals, an denen Ladung von Überseeschiffen übernommen wird. Dazu werden Liegeplätze angemeldet und die Arbeitsabläufe abgestimmt, wenn weniger oder mehr Container verladen werden sollen als erwartet.

Für Hamburg spielen die Feederverkehre eine wichtige Rolle. Bei einem Umschlag von knapp zehn Millionen Standardcontainern (TEU) 2008 wurden 4,3 Millionen TEU weiter auf die Zubringerschiffe verladen. Mit wöchentlich 160 Abfahrten ist Hamburg der führende Hafen Nordeuropas für diese Verkehre. Mit der Krise ist aber vor allem das Transportvolumen nach Russland zurückgegangen.

"Wir schätzten die Zusammenarbeit mit der neuen Firma", sagte Unifeeder-Geschäftsführer Bertram. Er fordert aber weitere Verbesserungen im Hafen. So würde die Umstellung der Sprache im Hafenrevier von Deutsch auf Englisch die Arbeit für viele Kapitäne erleichtern. "Auch der Verzicht der Hamburger Lotsen auf eine Gebührenerhöhung 2010 ist noch kein großer Sieg", sagte Bertram. Zudem müssten die Gebühren im Nord-Ostsee-Kanal an die neue Lage angepasst werden. Nach einem Plus von 9,17 Prozent ab Februar 2009 scheint aber auch für 2010 eine Erhöhung um zwei Prozent möglich.

HHLA-Vorstand Stefan Behn ist für den Umschlag optimistisch: "Die Feederverkehre haben sich im November leicht positiv entwickelt. Wir hoffen 2010 auf weitere Steigerungen."