Katerstimmung nach Abwrackprämie

Dudenhöffer: Auto-Absatz in Europa bricht ein

Trübe Aussichten für Europas Automärkte: Eine Studie erwartet, dass fast eine Million Autos weniger verkauft werden als im Jahr 2009.

Essen. Schlechte Nachrichten für Europas Automärkte: Im neuen Jahr werden nach einer Prognose des renommierten Autoforschers Ferdinand Dudenhöffer in Westeuropa fast eine Million Autos weniger verkauft als 2009. Dagegen steigen die Absatzchancen in China, den USA und Russland.

„Die Autowelt wird derzeit neu geordnet. Dies hat Konsequenzen für die Produktionsstandorte“, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie des Car-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Dank Abwrackprämie und Konjunkturprogrammen war dagegen 2009 trotz der Wirtschaftskrise das sechstbeste Verkaufsjahr für Autos weltweit.

In Deutschland wurden dank der Prämie 3,8 Millionen Autos verkauft, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2010 erwartet der Experte einen Einbruch der Nachfrage auf 2,8 Millionen Autos. Im vergangenen Jahr wurden der Studie zufolge weltweit 52,8 Millionen Autos verkauft, 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. „Das Ergebnis ist aber deutlich besser als noch vor zwölf Monaten erwartet“, betonte der Autoexperte. „Der große Einbruch ist ausgeblieben.“ Rettung für den Automarkt brachten die Konjunkturprogramme in wichtigen Ländern und die schnellere Erholung der Weltwirtschaft.

Für 2010 rechnet Dudenhöffer dennoch damit, dass sich der weltweite Automarkt positiv entwickelt. Insgesamt werde die Nachfrage auf 55 Millionen Autos steigen - vor allem dank der Märkte in den USA, China, Russland, Spanien und Indien.