Kaffeeröster Tchibo

Hamburger Firma will gegen Kartellstrafe klagen

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo will sich nach Abendblatt-Informationen gegen ein vom Bundeskartellamt verhängtes Bußgeld wehren.

Hamburg. Die Behörde verhängte - wie berichtet - Anfang der Woche gegen Tchibo, Melitta und Dallmayr ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 160 Millionen Euro, weil die Konzerne über Jahre die Höhe ihrer Kaffeepreise abgesprochen haben sollen.

Als vierter im Bunde war nach Informationen des Abendblatts das Unternehmen Kraft Foods (Jacobs) an dem Kartell beteiligt. Der Nahrungsmittelhersteller wird jedoch nicht von der Behörde bestraft, weil er sich bei der Kartellermittlung als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat.

Tchibo muss von der Gesamtstrafe einen Betrag in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro übernehmen. Das Hamburger Unternehmen hält diese Summe für ungerechtfertigt und will nun vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen den Strafbefehl klagen. Auch Melitta hatte bereits angekündigt, die Kartellstrafe anfechten zu wollen. Von Dallmayr war noch keine Stellungnahme zu erhalten.

Laut Medienberichten vom Mittwoch soll der durch das Kaffee-Kartell verursachte Gesamtschaden bei 4,8 Milliarden Euro liegen - Geld, das zunächst vom Lebensmitteleinzelhandel und als weiteres von den Verbrauchern zu viel verlangt worden sein soll. Nicht nur die beteiligten Konzerne weisen dies zurück, sondern auch das Bundeskartellamt. "Diese Zahl kann ich auf keinen Fall bestätigen", sagte Kartellamtssprecher Kay Weidner dem Abendblatt.