Autokrise

Bosch droht Milliardenverlust

Dem weltgrößten Automobilzulieferer Bosch droht in diesem Jahr ein massiver Verlust von bis zu drei Milliarden Euro. Das wäre mehr als bislang erwartet, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Allerdings wollte ein Bosch-Sprecher die Zahl nicht bestätigen. Bosch rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 38 Milliarden Euro.

Bereits im September hatte Bosch-Chef Franz Fehrenbach auf der Automobilausstellung IAA darauf verwiesen, dass er einen "deutlichen Verlust" erwarte. Zuvor hatte er von einem Minus zwischen null und drei Prozent des Umsatzes gesprochen. Da aber die damals erhoffte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ausgeblieben sei, gehe man jetzt eher von drei Prozent aus, hieß es bei Bosch. Dies wären mehr als eine Milliarde Euro.

Hintergrund für die roten Zahlen ist die Autokrise. Bereits jetzt sind etwa 40 Zulieferer insolvent - mit steigender Tendenz, wie Autoexperten meinen. Auch bei Bosch schlagen Rückgänge von mehr als 20 Prozent bei den Autoherstellern und bis zu 50 Prozent in der Nutzfahrzeugindustrie zu Buche. Die Kernsparte Autotechnik (Umsatzanteil 60 Prozent) gilt mit einem erwarteten Rückgang um ein Fünftel als Hauptverursacher der Probleme.

Der Chef der Kraftfahrzeugtechnik, Bernd Bohr, geht allerdings davon aus, dass die Automobilsparte im Schlussquartal 2009 wachsen wird. Auch für 2010 rechnet er mit einem Umsatzplus. "Die Talsohle haben wir durchschritten", sagte Bohr. "Aber wir kommen aus einem ganz tiefen Tal." Erst 2012 dürfte man wieder auf dem Niveau von 2007 sein.

Schon 2008 hatte Bosch mit einem um 87 Prozent auf 372 Millionen Euro geschrumpften Nachsteuerergebnis nur knapp die roten Zahlen umkurvt. Der Erlös ging um 2,6 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro zurück.