Rückgang beim Containerumschlag

HHLA-Ergebnis halbiert sich

Scharfer Einbruch im Umschlag bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA): Im ersten Halbjahr ging die Zahl der verladenen Standardcontainer (TEU) um 35,3 Prozent auf 2,419 Millionen zurück und damit um mehr als doppelt so viel wie beim Konkurrenten Eurogate.

Hamburg. Der Umsatzrückgang sei "in Grenzen gehalten" worden, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters. Der Erlös betrug zum Halbjahr 501 Millionen Euro und sank damit um 24,1 Prozent. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank um 51 Prozent auf 95,1 Millionen Euro. Dies wertete Peters als "noch immer respektables Ergebnis".

Vor allem die Ladungsmengen aus Fernost sowie aus Mittel- und Osteuropa seien zuletzt stark zurückgegangen, teilte die HHLA gestern mit. So brachen die Fernostverkehre um 30,7 Prozent und die Zubringerverkehre nach Russland, Polen und ins Baltikum um 49,8 Prozent ein. Reedereimanager hatten in diesem Zusammenhang zuletzt die hohen Umschlagkosten kritisiert.

Mit einem Sparprogramm steuert die HHLA der Krise entgegen. So sollen die Kosten im operativen Geschäft 2009 um 160 bis 180 Millionen Euro verringert werden und die Investitionen von 300 auf 220 Millionen Euro sinken. Bis zu 2000 Beschäftigte werden in Kurzarbeit gehen. Für das Gesamtjahr erwartet die HHLA einen zweistelligen Rückgang bei den Umschlag- und Transportmengen, zumal es bisher keine "eindeutigen Belege für eine nachhaltige Erholung" gebe. "Die Zahlen sind deutlich schlechter als die Prognosen", sagte Haspa-Analyst Ingo Schmidt. Von einem Gewinn nach Steuern von 43,7 Millionen Euro seien im zweiten Halbjahr nur sechs Millionen Euro verdient worden. "Die durchschnittlich von Analysten erwarteten 85 Millionen Euro Gewinn werden 2009 nicht erreicht", so Schmidt. Der Aktienkurs sank gestern um 0,81 Prozent auf 29,25 Euro.

Nachdem der HHLA-Konkurrent Eurogate im ersten Halbjahr 1,137 Millionen TEU umgeschlagen hat und die Buss-Gruppe auf 55 000 TEU kommt, dürfte das Hafenergebnis im ersten Halbjahr bei 3,6 Millionen TEU liegen nach 4,98 Millionen TEU 2008 - ein Minus von 28 Prozent. Heute sollen genaue Zahlen vorgelegt werden.