Porsche-Chef Wiedeking geht

Kommentar: Erst das Machtspiel - nun die Arbeit

Oliver Schade

Er ist endlich vorbei - der schmutzige Kampf um Eitelkeiten, Macht und viel Geld. Wendelin Wiedeking heißt der Verlierer.

Der Porsche-Chef hatte letztlich keine Chance gegen Ferdinand Piëch. Denn der schlitzohrige, bisweilen kaltblütige VW-Patriarch musste einfach nur warten auf den finanziellen Offenbarungseid der stolzen Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen. Piëchs Geschäft war klar formuliert: Nur wenn Wiedeking geht, gibt es die dringend benötigten Milliarden zur Rettung. Die Familie Porsche musste am Ende einschlagen, wollte sie ihr Lebenswerk nicht in die Hände eines Insolvenzverwalters geben.

Nun ist Wiedeking weg. Der Mann, der mehr als 15 Jahre lang einen exzellenten Job als Vorstandschef gemacht hat. Dann wurde er zu ehrgeizig, verlor im Strudel der Finanzmarktkrise die Kontrolle über sein Handeln. Die Quittung gab's gestern, versüßt mit einer für den Durchschnittsverdiener unglaublichen Abfindung von 50 Millionen Euro.

Aber wie geht es jetzt abseits der Personalie bei VW und Porsche weiter? Fünf Milliarden Euro sollen die beiden Eigentümerfamilien für Porsche nachschießen. So ist es zumindest versprochen. Aber weder die Verträge mit Katar sind fix, noch stehen die Details für die Integration. Die Arbeit abseits der Machtspiele kann beginnen.

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