Stellenabbau bei Lufthansa

Lufthansa Technik in Hamburg muss sparen

Rund 400 Jobs werden bei Deutschlands größter Fluglinie wegfallen - das ist die Konsequenz aus drohenden Verlusten.

Hamburg. Mit einem deutlichen Stellenabbau will die Lufthansa aus ihren Turbulenzen fliegen und einen Absturz in die roten Zahlen verhindern. In einem Brief an die Mitarbeiter hat Vizevorstandschef Christoph Franz die Belegschaft auf "schmerzhafte Entscheidungen" eingestimmt. So soll in der Verwaltung der Passagiersparte jede Fünfte der etwa 2000 Stellen wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien allerdings nicht geplant, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Insgesamt will die Lufthansa das Ergebnis im Passagierbereich bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro im Jahr verbessern.

Neben dem geplanten Stellenabbau kündigte Franz an, dass die Lieferanten "innerhalb und außerhalb des Konzerns" ihren Beitrag leisten müssten. Zu den internen Lieferanten gehört auch die Lufthansa Technik in Hamburg. "Wir gehen davon aus, dass auch die technischen Kosten je Flugstunde sinken sollen. Davon werden auch wir betroffen sein", sagte ein Sprecher der Technik dem Abendblatt.

Auf den Prüfstand kommen zudem die Bestellungen von Flugzeugen. So müsse der Zeitplan für die Auslieferungen vom kommenden Jahr an infrage gestellt werden, schreibt Franz. Grund dafür seien die rückläufigen flüssigen Geldmittel aus dem operativen Geschäft. In den Jahren 2008 bis 2014 hat die Lufthansa-Passagiersparte 160 neue Flieger mit einem Gesamtlistenpreis von 16 Milliarden Euro zu finanzieren. Aufgrund der üblichen Rabatte beim Flugzeugkauf sind die Listenpreise aber nicht mit den tatsächlichen Kosten gleichzusetzen.

"Verluste werden sich ausweiten"

Die wichtigste Lufthansa-Sparte verdiene im laufenden Jahr nicht einmal mehr ihre eigenen Kosten, so der Lufthansa-Vize Franz, der als wahrscheinlicher Nachfolger von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber gilt, weiter. "Im Gegenteil, wir haben in den ersten drei Monaten ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bereits Verluste geschrieben." Dieser Negativtrend aus dem ersten Quartal setze sich auch bei den Halbjahreszahlen fort, die am 30. Juli veröffentlicht werden sollen. "Und bei unveränderten Marktbedingungen werden sich unsere Verluste - insbesondere durch den Anstieg der Treibstoffkosten - im kommenden Jahr ausweiten."

Die Durchschnittserlöse je Passagier gingen stärker zurück als die Zahl der Fluggäste. "Diese Situation zwingt uns zum Handeln", schreibt der Manager. Die bisher umgesetzten Krisenmaßnahmen reichten nicht aus. "Wir müssen jetzt noch entschlossener gegensteuern." Die Wirtschaftskrise sei nicht die Ursache der schwierigen Situation, "sie macht nur schonungslos deutlich, wo unsere Schwächen im Wettbewerb liegen". Viele Wettbewerber produzierten zu deutlich günstigeren Kosten als die Lufthansa und könnten mit günstigen Preisen wichtige Kundengruppen abwerben.

Über die konkreten Maßnahmen wird derzeit im Passagevorstand beraten. Die Ergebnisse sollten in den kommenden Wochen vorgestellt und "mit Verantwortungsbewusstsein" umgesetzt werden.