Solarkraftwerke in der Wüste

Kommentar: Ein Traum für den Klimaschutz

Riesige Solarkraftwerke könnten von Afrika aus Europa mit Strom versorgen: Die Idee geistert schon seit Jahren in den Köpfen von Wissenschaftlern herum.

Doch jetzt kann sie nach technologischen Fortschritten endlich realisiert werden. Das von deutschen Unternehmen angeschobene Projekt hat Charme: Wirtschaftlich werden die Menschen mit der Energie aus der Sonne unabhängiger von Öl, Gas und Kohle und damit von Brennstoffen, die endlich sind. Ökologisch gesehen ist Energie aus regenerativen Quellen wie der Sonne unbestritten die beste Antwort auf die Frage, wie man das Klima schützen kann.

Das geplante Projekt in Afrika birgt aber auch Risiken: So könnten die Machthaber in den Solarländern aus Gutdünken die Lieferpreise erhöhen oder den Hahn Richtung Europa sogar komplett abdrehen. Energie wird bereits heute gerne als politisches Druckmittel genutzt, wie man schon mehrfach beim Gas beobachten konnte, als Russland der Ukraine die Lieferungen versagte.

Das geplante Projekt in der Wüste könnte ein Meilenstein in der klimafreundlichen Energieversorgung werden. Aber ein Staat sollte sich hier nicht zu stark von Importen abhängig machen, sondern die Kontrolle über seine Energieversorgung - so gut es eben geht - in der eigenen Hand behalten. Energie ist schließlich der Lebensnerv einer Volkswirtschaft. Ohne Strom gehen die Lichter aus, stehen Maschinen still. Deutschland sollte, sobald die afrikanischen Anlagen Strom liefern können, doppelgleisig fahren. Neben dem Solarstrom aus der Wüste muss weiterhin in Alternativen wie Windenergie, Biomasse, Wasserstoff und eben auch Fotovoltaik auf den Dächern von Gebäuden investiert werden. Je mehr dezentrale Anlagen hierzulande entstehen, umso weniger sind die Bürger und die Wirtschaft einem Preisdiktat oder einer willkürlichen Zuteilung von Strommengen ausgeliefert.