Aktienleihe: Ein Geschäft für Fondsgesellschaften

Aktienleihe in Deutschland gibt es seit 1990. Es ist die Voraussetzung, um Aktien, die man nicht besitzt, zu verkaufen. Wer sich Aktien leiht,

Aktienleihe in Deutschland gibt es seit 1990. Es ist die Voraussetzung, um Aktien, die man nicht besitzt, zu verkaufen. Wer sich Aktien leiht, verkauft sie in der Erwartung, sie später am Markt günstiger zurückkaufen zu können, um sie dann dem Verleiher wieder zurückzuliefern. Die Differenz aus dem Geschäft abzüglich Kosten ist sein Gewinn. Auf der Verleiherseite stehen Fondsgesellschaften, Versicherungen und Pensionskassen. Als Besitzer von großen Aktienbeständen erschließen sie sich so zusätzliche Einnahmen. Die Leihgebühr hängt davon ab, wie stark die Aktie gefragt ist, sodass die Spanne von 0,1 bis vier Prozent pro Jahr reicht. Für die Fondsgesellschaften ist das eine zusätzliche Einnahmequelle, die den Anlegern zugute kommt. "Durch die Wertpapierleihe wird dem Markt zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt, das hat also eine regulatorische Funktion", sagt Eicke Reneerkens von Union Investment.

Sonst würden in Übertreibungsphasen des Marktes die Kurse noch viel stärker steigen. Durch den Leerverkauf, der die Liquidität des Marktes erhöht, kommt es zu einem gewissen Ausgleich. Auch Optionsscheine oder Hebelzertifikate auf fallende Kurse wären ohne Wertpapierleihe und Leerverkäufe nicht möglich. Denn die Emittenten dieser Papiere müssen zur Absicherung der Produkte Aktien leer verkaufen. Geliehen werden die Aktien von großen Banken, die sie dann auch weiterverleihen können. Eine feste Laufzeit für die Aktienleihe gibt es nicht. Für die Verleiher ist die Ausleihung von Aktien ein risikoloses Geschäft. "Es müssen Sicherheiten, meist in Form von Bundesanleihen, hinterlegt werden, deren Wert noch leicht über dem ausgeliehenen Aktienvolumen liegt", so Reneerkens.

( stp )

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