Luftschifftechnik

Zeppelin macht Zwischenstation bei Airbus

Ungewöhnlicher Besuch bei Airbus: Gestern Nachmittag landete bei den Flugzeugbauern ein Zeppelin der Friedrichshafener Zeppelin Luftschifftechnik.

Hamburg. Ungewöhnlicher Besuch bei Airbus: Gestern Nachmittag landete bei den Flugzeugbauern ein Zeppelin der Friedrichshafener Zeppelin Luftschifftechnik. Das 75 Meter lange mit drei Triebwerken zu je 200 PS bis zu 125 km/h schnelle Luftschiff ist nach Kalifornien verkauft und wird vom kommenden Montag an am Anleger des Flugzeugwerks auf ein Spezialschiff verladen. Für die Konstrukteure vom Bodensee, deren erster Zeppelin 1997 geflogen war, ist dies der zweite Zeppelin, der nach Übersee geliefert wird. Neben dem Luftschiff, das von Friedrichshafen aus unterwegs ist, wurde ein weiteres nach Japan verkauft. "Es gibt aber immer wieder Anfragen und Interesse für unsere Zeppeline", sagte die Sprecherin der Luftschifftechnik, Kathrin Runge, gestern dem Abendblatt. Der Preis für die neu entwickelten, mit Helium gefüllten Luftschiffe ist geheim.

In Hamburg werden nun zunächst die Triebwerke und die Höhen- und Seitenruder abmontiert und in einem Hangar untergestellt. Mitte der Woche wird der Frachter auslaufen und zunächst den Hafen Beaumont in Texas ansteuern. Dort soll das Schiff nach einer 15-tägigen Reise ankommen. Kunde der Luftschifftechnik ist die Luftschiffgesellschaft Airship Ventures in San Francisco.

In Deutschland wird der Zeppelin nicht nur für Rund- und Werbeflüge sowie Firmenevents eingesetzt, sondern dient auch der Klimaforschung. "So ist es über eine Plattform möglich, unaufgewirbelte Luft aufzunehmen und zu untersuchen", sagt Runge. "Bei der WM in Köln wurden Bilder vom Boden über Kameras an Bord des Zeppelin in die Leitzentrale der Polizei übertragen, so dass etwa bei Staus sofort eingegriffen werden konnte."

Insgesamt gibt es weltweit nur etwa 15 Piloten, die einen Zeppelin steuern können. Vier davon arbeiten für die Luftschiffbauer vom Bodensee und die dortige Reederei. Gestern landete Hans-Paul Ströhle den Zeppelin sicher bei den Kollegen vom Flugzeugbau in Hamburg.