Jungunternehmer: Sie arbeiten seit sieben Jahren in eigener Firma zusammen

Internet-Brüder ziehen nach Hamburg

Sie sind gerade einmal 29 Jahre alt aber bereits erfahrene Unternehmer, die Brüder Dirk und Sascha Hottes.

Hamburg. Sie sind gerade einmal 29 Jahre alt aber bereits erfahrene Unternehmer, die Brüder Dirk und Sascha Hottes. Seit sieben Jahren haben die beiden eine gemeinsame Firma, die H{+2} Media Factory. Unter dem Dach des Unternehmens betreiben sie Netzwelt.de, ein Onlinemagazin für die Bereiche IT und Unterhaltungselektronik, und seit Ende 2006 Akuma.de, eine Plattform von der Lieder heruntergeladen werden können. Jetzt sind sie mit ihrer Firma von Bochum nach Hamburg gezogen. "Hier sind wir nahe an der Cebit in Hannover, die Hauptstadt ist nicht weit weg und das Investorenumfeld ist in der Hansestadt interessanter als in der gesamten Bundesrepublik", begründet Dirk Hottes den Schritt.

Das Unternehmen der beiden Brüder entstand aus einem Hobby heraus. 2001 kauften sie eine eigene Domaine und machten sich mit ihrem Magazin selbstständig. "Wir sind morgens um sechs Uhr aufgestanden, haben an der Seite gearbeitet und sind dann zur Arbeit gefahren", sagt Sascha Hottes. Am Abend hätten beide noch einmal bis in die Nacht an ihrem Projekt gesessen. Sascha Hottes arbeitete zu dieser Zeit als Steuerfachangestellter, sein Bruder als freier Unternehmensberater im Bereich IT.

Irgendwann wurde die doppelte Belastung aber zu groß. "Da haben wir uns entschieden, unsere ganze Kraft in unser Unternehmen zu stecken und es zusammen richtig professionell anzugehen", so Dirk Hottes. Sie gaben ihre Jobs auf. "Es hat uns unheimlich gereizt, uns in diesem Haifischbecken zu zweit durchzuschlagen." Mit Erfolg. Heute zählt Netzwelt nach eigenen Angaben zu den größten verlagsunabhängigen deutschsprachigen Onlineangeboten in diesem Bereich. Im vergangenen Jahr konnten die Brüder im Vergleich zu 2006 den Umsatz ihrer Firma um 80 Prozent steigern. In diesem Jahr soll dann noch einmal bis zu 150 Prozent mehr umgesetzt werden, erstmals ein siebenstelliger Betrag.

Aber noch viel wichtiger ist es Sascha und Dirk Hottes, dass ihre Firma seit dem ersten Tag schwarze Zahlen schreibt. "Wir erwirtschaften einen Gewinn, der es uns ermöglicht, uns eigenständig weiterzuentwickeln", sagt Sascha Hottes. So hätten sie auch einen sechsstelligen Betrag in die Entwicklung ihres Portals Akuma.de stecken können. Auf dieser Internetseite bieten die beiden derzeit 1,3 Millionen Lieder zum Herunterladen an, alle ohne Kopierschutz. In den vergangenen Monaten verzeichneten sie durchschnittlich eine Million Seitenabrufe. Nach den großen Anbietern wie Apple, Musicload oder auch AOL käme mit einem noch relativ großen Abstand immerhin schon ihr Angebot.

Die Brüder teilen nun bereits seit vielen Jahren nahezu alles. Im Büro sitzen sie sich täglich gegenüber, ihre Wohnungen liegen nur wenige Meter von einander entfernt. Dennoch gibt es bei den beiden keinen Streit. "Wir ergänzen uns, jeder hat seine Aufgabenbereiche", sagt Dirk Hottes. Er sei für die Technik und deren Weiterentwicklung zuständig, während sein Bruder sich um die Inhalte kümmere. Das Team um die beiden besteht mittlerweile aus mehr als 20 Beschäftigten. Sechs Programmierer sind in der Ukraine angestellt. Dort hat ein Studienfreund eine Niederlassung für die Firma aufgebaut.

Die neuste Erfolgsmeldung aus dem Hause Hottes ist erst wenige Tage alt: Sie wurden beim KFW-Unternehmenspreis Gründerchampions unter die 16 erfolgreichsten Jungunternehmen gewählt und damit Landessieger ihres Bundeslandes Hamburg.