Peter Kabel muss 28 000 Euro zahlen

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Melanie Wassink

Hamburg. Sechs Jahre lang hat Peter Kabel die Justiz beschäftigt. Jetzt kann die Staatsanwaltschaft den Fall des Hamburger Internetpioniers, der zu Hochzeiten der New Economy einer der ganz großen Stars der Branche war, endlich schließen: Das Amtsgericht Hamburg hat das Verfahren wegen Insolvenzverschleppung gegen eine Geldauflage von 28 000 Euro eingestellt. Das sagte Kabels Anwalt Wolf Römmig gestern dem Abendblatt.

Noch im Januar dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl für Kabel beantragt und sich dabei auf ein Gutachten des Wirtschaftsprüfdienstes der Kriminalpolizei gestützt. "Wir haben ein Gutachten eines Wirtschaftsprüfers eingereicht, das zu einem anderen Ergebnis gekommen ist", sagte nun Römmig.

Daraufhin war mit dem Gericht diskutiert worden, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Diese Lösung hatte zunächst der Mitangeklagte Fritz Mathys, der Ex-Finanzchef von Kabel New Media, angenommen. Wenig später hatte auch Firmengründer Kabel eingelenkt und sich mit der Geldbuße einverstanden erklärt. Zusätzlich muss Kabel nun die Kosten des Verteidigers tragen, die Kosten für das Verfahren trägt die Staatskasse.

Kabel wollte sich gestern nicht zu dem Ausgang des Falles äußern. Er dementierte aber Medienberichte, wonach er eine neue Agentur gegründet habe. "Ich bin in verschiedenen unternehmerischen Rollen tätig, habe aber keine Agentur", sagte der Professor für Kommunikationsdesign gestern dem Abendblatt.

Praktisch chancenlos sind nach diesem Ausgang des Falles die Kleinaktionäre, die nach der Insolvenz Schadenersatzansprüche angemeldet hatten. Ihr Anwalt, der Hamburger Rene Gralla, erklärte, nun müssten "einzelne Geschädigte im Alleingang die entsprechenden Beweise erbringen". Die Aktionäre hatten kritisiert, Kabel habe noch Optimismus über die wirtschaftliche Lage seiner Firma verbreitet, als die Zahlungsunfähigkeit bereits absehbar gewesen sei. Gralla hat nun Akteneinsicht gefordert.

Kabel hatte 1993 mit Kabel New Media eine der ersten Internetagenturen gegründet, war aber nach zu schnellem Wachstum 2001 in die Pleite gerutscht. Anfang 2005 war der Hamburger in den Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt eingestiegen. Ein Engagement, das 2006 wieder endete.

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