Schrottimmobilien: Immer mehr Betroffene

Mietwohnungen: Dubiose Maklerin war mindestens bis Anfang November noch aktiv. Die Haspa ist zuversichtlich, eine Einigung mit den Geschädigten zu finden.

Hamburg. Mehr Privatpersonen als bisher bekannt haben sich von einer dubiosen Maklerin überteuerte Wohnungen verkaufen lassen. "Es melden sich immer mehr Betroffene", sagt der Hamburger Anwalt Volker Wenzel, der Geschädigte vertritt. Bisher war von mindestens 60 Fällen die Rede (Abendblatt berichtete). Die Maklerin war zudem offenbar bis in die jüngste Zeit in ihrem Beruf tätig. "Zumindest bis Anfang November war das Büro noch aktiv", sagt Wenzel. Die Maklerin arbeitet in einem Immobilienbüro in der Nordheide nahe Lüneburg. Der Name ist der Redaktion bekannt. Nach Angaben von Wenzel wurden gegen sie zwei Anzeigen wegen nicht weitergeleiteter Mieten erstattet. Wann ein Verfahren eröffnet werde, sei noch offen.

"Die Frau stand bis Anfang 2002 auf einer Liste von Maklern, mit denen die Haspa zusammengearbeitet hat", sagt Haspa-Sprecher Marcus-Andree Schoene. Bisher habe man 20 Immobilienfinanzierungen ermittelt, die mit der Maklerin in Zusammenhang stehen: "Es werden mehr sein."

Bei ihren Geschäften ist die Maklerin außerordentlich geschickt vorgegangen: "Die Gespräche mit den potentiellen Immobilienkäufern liefen auf sehr persönlicher Ebene", sagt Wenzel. Nicht zuletzt über Empfehlungen bestehender Kunden sei sie an weitere Käufer gekommen.

"Ich frage mich aber, warum die Banken die Wohnungen, deren Kauf sie finanzieren sollten, im Hinblick auf ihren tatsächlichen Wert nicht näher unter die Lupe genommen haben", sagt Wenzel. In einem Fall sei eine vermietete Wohnung in Dulsberg für rund 7000 Mark je Quadratmeter verkauft worden. "Heute läuft eine Kreditprüfung anders ab als vor fünf Jahren", sagt Haspa-Sprecher Schoene dazu. "Wir sind strenger geworden." Bei der Haspa sei man nun zuversichtlich, "daß man sich mit den Betroffenen einigen wird".

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.