Netzwerk für Chinesen in Hamburg

Hansestadt will noch mehr Firmen aus dem größten Land der Welt ansiedeln

Hamburg. Mit 360 Firmen aus China ist Hamburg schon heute der europäische Brückenkopf für die Volksrepublik China. Neben dem Ostseeraum ist das asiatische Land bereits heute größter Partner für den Hamburger Hafen. "Und die Bedeutung Hamburgs für die chinesische Wirtschaft wird weiter wachsen", ist Bürgermeister Ole von Beust überzeugt. Allein davon, daß das chinesische Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Jahren um jeweils acht Prozent zunehmen wird, werde die Hansestadt profitieren, sagte von Beust auf einer Veranstaltung der Personalberatungsfirma Gemini vor mehr als 150 Gästen.

"Wir dürfen nicht den Fehler wiederholen, den die Stadt mit den japanischen Firmen gemacht hat", so von Beust. So seien in den 60er Jahren zahlreiche Unternehmen aus Japan mit Vertretungen nach Hamburg gekommen. Doch die Stadt habe sich zuwenig um die Japaner gekümmert, viele Firmen seien wieder in andere Regionen abgewandert

Hamburg ist laut von Beust derzeit dabei, ein Netzwerk für die chinesischen Repräsentanzen zu bilden. "Dazu gehören Rechtsanwälte, die sich mit chinesischem Recht auskennen, Organisationen wie der Ostasiatische Verein und natürlich auch die Vertreter der mehr als 700 Hamburger Firmen, die bereits in China tätig sind." Auch so genannte weiche Standortfaktoren will die Stadt bieten. "Die Chinesen sollen sich in Hamburg wohlfühlen", so von Beust. Das in Zusammenarbeit mit dem UKE geplante Zentrum für traditionelle chinesische Medizin sei in diesem Zusammenhang genauso wichtig wie die Tatsache, daß Hamburg der einzige Standort in Europa sei, der eine deutsch-chinesische Schule anbiete. Einen weiteren Schub für das Verhältnis Hamburgs zu China erwartet von Beust von der Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen der Hansestadt und deren Partnerstadt Shanghai. "Ich rechne im kommenden Jahr damit", so der Bürgermeister.

Unter den Gästen der Gemini-Veranstaltung waren unter anderen Harald Boberg, Partner von M.M.Warbung, Karl Gernandt, Chef vom Hamburger Zementhersteller Holcim, und Dieter Schwankhaus, Vorstandsmitglied von Ernst & Young.