Quittung für Preiserhöhungen

Kommentar

Die Diskussion um Preiserhöhungen im Zuge der Euro-Einführung hinterlässt erste Spuren in den Kassen der Unternehmer. Die Umsätze in Gaststätten, Kantinen, Restaurants und Hotels sind im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich zurückgegangen. Die zum Teil satten Preisaufschläge für Bier, Schnitzel und Pommes konnten den kräftigen Nachfragerückgang nicht ausgleichen. Die Rechnung vieler Gastwirte ist nicht aufgegangen. Nun gibt es die Quittung der erbosten Kunden. Immer mehr Bundesbürger halten sich abends in der Eckkneipe über Stunden an einem Pils fest, andere bleiben lieber gleich zu Hause, trinken ihr Bier in den eigenen vier Wänden. Der Konsument zeigt, dass er mündig ist, sich nicht jede Preistreiberei gefallen lässt - und das ist gut so. Es wäre jedoch ungerecht, einen ganzen Berufsstand in Verruf zu bringen, allen Gastwirten und Restaurantbetreibern Abzockerei vorzuwerfen. Nicht wenige haben auf Preisanhebungen verzichtet, andere lediglich höhere Kosten für den Einkauf weitergegeben. Der Konsument sollte nachfragen, sich beschweren, wenn er drastische Preiserhöhungen feststellt, und als letzte Konsequenz einen Bogen um bestimmte Restaurants machen. Viele im Gastgewerbe werden auf die Vergesslichkeit der Kunden setzen, darauf bauen, dass sich der Bürger an die höheren Preise gewöhnt. Dagegen kann man etwas tun.