Die Affinerie setzt auf China

Hamburg. Die Norddeutsche Affinerie, Europas größter Kupferproduzent, engagiert sich im chinesischen Markt. Sie unterzeichnete am Freitag in Hamburg mit Yunnan Copper, dem drittgrößten Kupfererzeuger des Landes, einen langfristigen Kooperationsvertrag. Die Affinerie liefert Technologie- und Umweltschutz-Know-how und beabsichtigt, Investitionschancen in der Kupferweiterverarbeitung in China zu nutzen. Für die Norddeutsche Affinerie biete sich die Möglichkeit zur Internationalisierung im Zukunftsmarkt für Kupfer, sagte Werner Marnette, Vorstandschef des Hamburger Unternehmens. Der chinesische Markt habe mit mehr als zehn Prozent die höchsten Wachstumsraten der Welt. Innerhalb von sechs Jahren habe sich der Kupferbedarf dort verdoppelt, liege aber mit 2,9 Millionen Tonnen noch unter dem Kupferbedarf in Europa. Hier sind es 4,1 Millionen Tonnen. Um die Bedeutung des Vertrages zwischen Yunnan Cooper und der Affinerie zu unterstreichen, hat Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust die chinesische Delegation im Rathaus empfangen. Für die Hansestadt sei die Kooperation "ein weiterer Baustein für die Entwicklung Hamburgs zum Gateway von und nach China", sagte von Beust. Marnette kritisierte bei der feierlichen Unterzeichnung erneut das aggressive Verhalten der chinesischen Kupferverarbeiter auf den Rohstoffmärkten. Er hoffe, so Marnette, über die Kooperation auf faires Marktverhalten der chinesischen Hütten hinwirken zu können. Ein weiteres Anliegen des Hamburger Kupferproduzenten ist es, die chinesischen Kollegen beim Umweltschutz fit zu machen. Im Wettbewerb muss die Norddeutsche Affinerie mit Unternehmen "fernab von Umweltstandards" und ihren so möglichen Dumpingpreisen konkurrieren. Von der Yunnan Copper Industry Corp. Ltd. mit Sitz in Kunming (Provinz Yunnan) kommen zunächst fünf Ingenieure und Manager, die bei der Affinerie in die Umweltschutzarbeit eingewiesen werden. "Wir sind stolz darauf, dass Yunnan Copper vor allem das Umweltschutz-Know-how, das wir in Hamburg entwickelt haben, in China umsetzen möchte", sagte Marnette.