Die Rettung aus China

Hamburger Tochterfirma engagiert sich in Brandenburg

Hamburg. Die Huapeng Trading GmbH ist das erste chinesische Unternehmen, das in einen deutschen Betrieb investiert. Die Handelsfirma mit Sitz in Hamburg hat über eine Tochter die Betriebsstätte der Welz Industrieprodukte GmbH in Rathenow aus der Insolvenz übernommen. Wie die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) gestern mitteilte, beschäftigt das brandenburgische Werk 40 Mitarbeiter. Welz stellt Druckgasflaschen unter anderem für Feuerlöscher und Zapfanlagen her und erreicht in Deutschland bei einem Umsatz zwischen vier und fünf Millionen Euro einen Marktanteil von etwa 30 Prozent. Noch in diesem Monat soll die Produktion von zwei auf drei Schichten erweitert werden. 15 zusätzliche Mitarbeiter sollen dafür eingestellt werden. Die Geschäftsführung der Firma übernehmen Jiang Zhou und Johannes Storz, ehemals Geschäftsführer bei Air Liquide. Mit rund 250 Unternehmen aus der Volksrepublik ist Hamburg schon heute der europäische Brückenkopf für China. Nachdem im vergangenen Jahr rund jeden zehnten Tag ein chinesisches Unternehmen eine Niederlassung in der Hansestadt gegründet hat, sollen es in diesem Jahr noch mehr werden. Um weitere Firmen zu locken, hat die Stadt ein neues Marketingkonzept entwickelt. Kernpunkt: In der HafenCity soll ein europäisches China Center entstehen. Es soll nicht nur Anlauf- und Beratungsstelle für chinesische Unternehmen und hamburgische Unternehmer mit Interesse an China-Kontakten sein, sondern auch ein Kommunikations- und Kulturzentrum. Geplant sind am Magdeburger Hafen zudem chinesische Geschäfte und Restaurants. Ein weiteres Feld des neuen Marketingkonzepts ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Sie soll in Lehre und Forschung in Hamburg gefördert werden. Geplant ist eine Stiftung für TCM, die eng mit dem Universitätskrankenhaus Eppendorf zusammenarbeiten soll. Chinas regionalpolitische Strategie in der Wirtschaftspolitik ist Thema einer Tagung, die heute von Bürgermeister Ole von Beust in der Universität Hamburg eröffnet wird. 41 Wissenschaftler aus aller Welt nehmen an der Konferenz teil.