SEB Immobilienfonds

Gut 350.000 Kleinanleger zittern

Kassensturz beim SEB Immoinvest: Am Montag entscheidet sich, ob der offene Immobilienfonds die Krise überwunden hat – oder für immer verschwinden muss.

Frankfurt/Main. Rund 350.000 Kleinanleger zittern dem Tag der Wahrheit entgegen: Am Montag (7. Mai) entscheidet sich, ob der seit rund zwei Jahren eingefrorene offene Immobilienfonds SEB Immoinvest überlebt oder abgewickelt werden muss.

Das Schwergewicht unter den Publikumsfonds hatte sein Schicksal in die Hände der Investoren gelegt: Eine gute Woche lang konnten die Anleger Verkaufsorders für ihre Anteile abgeben. Danach folgt der Kassensturz. Das Ergebnis soll noch am Montagabend veröffentlicht werden.

Die spannende Frage: Hat der Fonds genügend Liquidität angesammelt, um alle Rückgabewünsche befriedigen zu können? Wenn ja, werden die Verkaufsorder umgehend ausgelöst, wie eine Sprecherin von SEB Asset Management betonte.

Falls die Verkaufsaufträge die verfügbare Liquidität jedoch übersteigen, wird niemand ausbezahlt – und der Fonds muss endgültig abgewickelt werden. Dann wäre der SEB Immoinvest mit einem Fondsvolumen von 6,3 Milliarden Euro das siebte Opfer der einst als sicheres „Betongold“ beworbenen Produkte. Der Fonds hätte dann vermutlich fünf Jahre Zeit, seine Immobilien zu verkaufen und die Anleger entsprechend schrittweise auszuzahlen.

Fondsmanagerin Barbara Knoflach hofft, dass dieses Szenario nicht eintritt. Deshalb appellierte sie an die Anleger: „Die Chance zur Weiterentwicklung des Fonds besteht einzig und allein in Ihrer Entscheidung, von der Möglichkeit, Ihre Anteile zu verkaufen, keinen Gebrauch zu machen.“

Offene Immobilienfonds galten lange als sichere Investition für Privatanleger, die jederzeit an ihr Geld kommen wollen. Die Branche stürzte in tiefe Probleme, als zu viele Investoren gleichzeitig Anteile zurückgeben wollten, um an Geld zu kommen: Mehrere Fonds mussten die Rücknahme von Anteilsscheinen zum Schutz der anderen Investoren aussetzen. Sonst wären die Barmittel aufgezehrt worden, und die Fonds hätten ihre Gebäude unter Wert notverkaufen müssen.

Bevor sie wieder öffnen, wollen die Fondsmanager mit Sicherheit wissen, dass die Liquidität reicht um alle Rückgabewünsche erfüllen zu können. Ansonsten bleibt ihnen nur die Abwicklung – oder sie wählen den Weg, für den sich das SEB Asset Management entschied. Schon in wenigen Tagen steht ein weiteres Flaggschiff vor dieser Schicksalsentscheidung: Nur noch bis zum 18. Mai darf der CS Euroreal mit rund 6 Milliarden Euro Volumen eingefroren bleiben. (dpa)