Tchibo baut in Bremen Logistiklager

Waren sollen schneller beim Kunden sein. 40 Millionen Euro werden investiert

Hamburg. Hamburgs Kaffeeröster Tchibo will sein Onlinegeschäft ausbauen. Dafür investiert der Konzern zusammen mit dem Bremer Hafenbetreiber BLG 40 Millionen Euro in ein Logistiklager in Bremen. Schon heute gehört der Kaffeeröster, der keine detaillierte Zahlen über seinen Versandhandel und die Bestellungen aus dem Internet preisgeben will, nach Informationen des Abendblatts zu den fünf größten Internetanbietern in Deutschland. Mit dem neuen Lager soll unter anderem erreicht werden, dass die Bestellungen einen Tag früher bei den Kunden ankommen als bisher.

Bislang betreibt die Posttochter DHL das Onlinelager des Kaffeerösters. Es befindet sich auch in Bremen, allerdings nicht in Wassernähe, sodass die Produkte, die per Schiff ankommen, jetzt noch umgeladen und zum bisherigen Standort transportiert werden müssen. Mit dem Neubau auf dem Gelände der BLG entfällt dieser Schritt. DHL wird dann nur noch die Pakete für Tchibo verschicken. Mit der Fertigstellung 2014 sollen 200 neue Arbeitsplätze bei der BLG entstehen.

Die Hafengesellschaft BLG übernimmt laut Firmensprecher Hartmut Schwerdtfeger den "überwiegenden Teil" der Investition. Unter anderem werden automatisierte Kleinteilelager errichtet, ein Sortiergebäude und Förderbrücken zur Verbindung mit bereits bestehenden Anlagen. Denn die BLG betreibt schon seit dem Jahr 2003 das europäische Zentrallager für Tchibo. Zudem werde in die Informationstechnologie investiert. "Zukünftig bedienen wir bislang getrennte Vertriebswege aus einer Anlage. Das ist eine wichtige Voraussetzung für einen effizienten Vertrieb über mehrere Kanäle. Synergiepotenziale werden ausgeschöpft und die Logistik von Tchibo zukunftssicher aufgestellt", sagte Tchibo-Vorstand Holger Bellmann. "Tchibo bindet sich bis mindestens 2018 an Bremen", sagte BLG-Vorstandsmitglied Bernd Lieberoth-Leden.

Nach einem schwachen Geschäftsjahr 2009 ist der Bremer Hafendienstleistungskonzern wieder auf Wachstumskurs. Die Krise sei vorbei, der Welthandel steige erneut, sagte der Vorstandsvorsitzende Detthold Aden. Das Vorsteuerergebnis (Ebt) des Bremer Konzerns verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 34,1 Millionen Euro. Die Umsätze beliefen sich auf knapp 900 Millionen Euro (plus 9,6 Prozent).

Der Konzern ist nach eigenen Angaben Marktführer beim Transport von Automobilen und Containern in Europa. Die Zahl der Mitarbeiter lag mit knapp 6000 auf Vorjahresniveau. Mit der Logistik für Offshore-Windanlagen entwickelte die Bremer Gesellschaft zudem ein neues Geschäftsfeld. Der Hafendienstleister kündigte an, sich als Betreiber für den in Bremerhaven geplanten Offshore-Spezialhafen bewerben zu wollen.