Staubsauger-Regeln

Heinzelmann, geh du voran!

Beschränkter Stromverbrauch: Die EU erlaubt ab September 2014 nur noch Staubsauger bis 1600 Watt.

Der Staubsauger, ein Spott-Objekt, seit Loriot über ihn in Reimen herzog: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.“ Aber mit wie viel Watt?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir schließlich die EU. Mit ein paar Jahren Verspätung – Loriots Sketch stammt aus den Siebzigern – haben Komiker aus Brüssel nun die „Verordnung zur Durchführung der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rats im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Staubsaugern“ erlassen. Keine Spur von Tuten oder Blasen, dafür vom Stromverbrauch. Der könnte, so die EU, in schwindelerregende Höhen steigen, wenn sie nicht regulierend in die Saugerproduktion greift. 2005 hätten die Geräte europaweit 18 Terawattstunden verbraucht, 2020 könnten es 34 sein.

Offenbar wird in der EU so viel Staub aufgewirbelt, dass die Sauger nicht nachkommen. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der EU-Bürokratie gibt, könnte noch erforscht werden. Die Lösung liegt jedenfalls nahe: Der Stromverbrauch soll sinken. Nicht durch weniger Lust am Saugen, – den Spaß will uns die EU nicht verderben. Nein, den Staubsaugern wird die Wattzahl runtergesetzt. Ab 1. September 2014 gilt: Die „Nennleistungsaufnahme“ darf nur noch bei 1600 Watt liegen, 2017 sogar nur bei 900 Watt. Dem Sauger geht die Puste aus.

Was das wohl für Loriots „Heinzelmann“ bedeutet. Muss der Sketch dann zeitgemäß umgeschrieben werden? Wir erinnern uns: Das supergeile Haushaltsgerät, das „Mutti“ haushoch überlegen war, kombinierte den Staubsauger mit der Trockenhaube. Die EU-Staubsauger-Verordnung gilt aber nur für reine Sauger, müsste also um einen „Heinzelmann“-Paragrafen ergänzt werden.

Denkbar wäre aber auch, dass sich die Haushaltsgerätehersteller zusammentun und einen EU-Verordnungssauger konstruieren. Vielleicht zu Ehren von Loriots Heinzelmann.