Glosse

Geldwäsche mit der Queen

Die Bank von England führt Pfundnoten aus Plastik ein. Ein Spritzer Spülmittel, und der Dreck ist weg

Wenn’s um Geld geht, sind die Engländer Pfundskerle. Mit dem Euro dagegen haben sie ja nicht so viel am Bowler. Jetzt plant die Bank of England eine Reform. Sie will erstmals Plastikgeld herausgeben. Ein Fünf-Pfund-Schein soll auf Biegen und Brechen Zahlungsmittel werden. Er zeigt ein älteres Bild der alten Queen auf der einen Seite und Winston Churchill auf der anderen. Bei allen anderen Premiers bestand die Sorge einer rapiden Geldentwertung.

Die Folgen dieser Insellösung werden dramatisch sein. Geldwäsche wird erheblich vereinfacht. Wo Kriminelle früher aufwendig dunkle Kanäle suchen mussten, genügt nun ein Spritzer Spülmittel im lauwarmen Wasser. Lappige Baumwolle wird durch Geld ersetzt, das über lange Zeit stabil ist. Die Härte der Währung bewegt sich irgendwo zwischen Frischhaltefolie und Aldi-Tüte. Die Oberfläche ist so glatt, dass das Geld nur so aus den Händen flutscht, was wiederum die Konjunktur ankurbelt. Auf Geldfälscher kommt eine neue Herausforderung zu. Es reicht nicht mehr, den Baumwollstoff wie ein T-Shirt zu bedrucken, jetzt werden qualifizierte Plaste-Experten benötigt, die sich mit der Herstellung von PVC (Pfundnoten von Chemikern) auskennen.

Englische Snobs, die sich mit Pfundscheinen alten Stils die Pfeife oder Zigarre anzünden, können bald auf den Tabak verzichten. Das kokelnde Polyvinylchlorid der künftigen Banknote entwickelt dieselbe Duftnote – auch wenn behauptet wird, Geld stinkt nicht.

Unklar ist, wer die staatlichen Geldgeber auf die Idee mit dem Plastik gebracht hat. Es wird gemunkelt, dass dies ein Einfall von Monty Python ist. Diese Splittergruppe mit einer Lachnummer von Programm hat schon einmal Regierungsverantwortung übernommen. Sie war zuständig für das Ministry of Silly Walks, das Ministerium für alberne Gangarten.

Monty Python hat gerade erst angekündigt, in London wieder ein Wort mitreden zu wollen. Das scheinheilige Dementi kam prompt: „Man darf das nicht für bare Münze nehmen.“