Crash-Kurs für Büro-Muffel

Lauter Ideen für eine besserre Welt im Job.

Sie arbeiten, aber ohne den rechten Spaß? Sie reiben sich auf im Job, aber keiner würdigt das so richtig? Die Arbeit wird nicht gerade weniger, der Druck größer und der Ton im Büro unfreundlicher? Logisch, dass Sie grummelig werden. Und im heute so engen Arbeitsmarkt können Sie es sich oft nicht leisten, einfach mal ordentlich auf den Tisch zu hauen. Aber das müssen Sie vielleicht auch gar nicht. Denn Sie können mit anderen, weicheren Methoden Ihr Arbeitsleben verbessern. Den ersten Schritt können Sie mit einem Buch machen: Es zeigt Ihnen kleine, leicht zu verwirklichenden Aktionen, mit denen Sie im Büro und drumherum für besseres Klima sorgen können. Es heißt "Einfach die Welt verändern im Job − 50 kleine Ideen mit großer Wirkung". Einige zeigen wir Ihnen hier, die Liste ist beliebig verlängerbar. Ambesten fangen Sie damit an: Auf dem Weg zur Arbeit gehen Sie mehr zu Fuß. Sie steigen zum Beispiel eine Station früher aus dem Bus. 30 Minuten Laufen täglich reduziert das Risiko einer Herzerkrankung schon um die Hälfte! Wenn Sie Fahrrad fahren, haben Sie mehr Bewegung, mehr frische Luft, gute Laune.Wenn Sie dann noch im Job die Treppe statt den Fahrstuhl nehmen, sind Sie Spitze! Im Büro sind Ihre Kollegen vielleicht nicht in Spitzen-Stimmung. Stellen Sie sich darauf ein: Bei dem einen ist die Großmutter gestorben, ein anderer hat Scheidung am Freitag, dazu Rückenschmerzen. Täglich erleben wir oder die Menschenumuns herum Ähnliches, wir wissen nur nicht, wer wann dran ist. Bringen Sie einfach ein wenig vorbeugendes Feingefühl auf, seien Sie mitfühlend und verständnisvoll. Vielleicht verhindern Sie damit den Kauf der einen oder anderen Packung Antidepressiva. Allein in Deutschland werden davon nämlich jährlich 20 Millionen verkauft. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie jemand mit "Herr Dingens, können Sie bitte mal die Akte von . . ." anspricht? Blöd. Klingt einfach unhöflich. Deshalb merken Sie sich die Namen der Leute, mit denen Sie arbeiten. Lassen Sie sie an Ihrem Wissen teilhaben: Wenn Sie eine gewünschte Faxnummer kennen oder wissen, welche Reggae-Musik der hochspezialisierte CD-Laden um die Ecke führt, erzählen Sie es dem Kollegen. Nehmen Sie neue Kollegen mit zum Essen, dann ist es für sie gleich leichter. Reden Sie dann aber nicht nur über den Job. Es reicht, wenn Sie den nach der Mittagspause wieder in Angriff nehmen. Und schließen Sie nicht vom Job auf den Menschen. Ein Neuzugang von der internationalen Anwaltskanzlei XYZ muss ja nicht zwangweise ein gefühlloser Karriereroboter sein. Loben Sie! Das funktioniert gut zwischen Kollegen und motiviert. Es verbessert die Arbeitsatmosphäre und macht glücklich. Das Gleiche gilt für Komplimente. Übertrieben sollten die allerdings nicht sein. Reden Sie keine neuen Ideen nieder.

"Das haben wir noch nie gemacht", "Das haut nicht hin" und "Das verstehen die Leute nicht" sind Killerphrasen. Betrachten Sie die Idee lieber genau, suchen Sie ihre guten Seiten, entwickeln Sie sie weiter. Das verführt auch andere Kollegen zum Weiterdenken. Sie kennen das: Es gibt angespannte Zeiten − und solche, wo ein wenig Luft ist. Dann machen Sie beim nächsten Mal nicht nur für sich, sondern auch für einen unter Dampf stehenden Kollegen einen Kaffee. Wenn der schon einen hat, geben Sie ihn an jemanden weiter, der Ihnen nicht so liegt. Sie werden staunen, was das bewirken kann.Wenn Sie in einer anderen Abteilung anrufen, fragen Sie erst mal, wie es so geht. Macht Ihnen selber Freude und löst auch Freude aus. Wenn Sie zu angespannt sind, lassen Sie einfach ein paar Augenblicke lang alles liegen und machen eine Pause. Denn Stress ist ansteckend und verursacht permanentes Notfallgefühl. Atmen Sie durch und zählen Sie bis zehn. Das reicht meistens schon, um zu erkennen, dass weder der Job noch das Universum in Gefahr ist. Bleibt ein bisschen mehr Zeit, machen Sie ein paar Körperübungen, am besten bei offenem Fenster. Ihre Laune und Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken. Gehen Sie mindestens einmal in der Woche pünktlich nach Hause − laut EU-Studien macht jeder Arbeitende im Schnitt etwa acht Überstunden proWoche. Die könnten aber der Familie oder Freunden zugute kommen. Immer aktuell − und immer notweniger − ist das Motto "Benimm dich". Gutes Benehmen berührt nicht nur andere angenehm, weil sie sich mit Respekt behandelt fühlen; gutes Benehmen kann Schule machen, besonders von "oben" nach "unten". Sind eigentlich ökologische Grundsätze aus der Mode gekommen? Nein: Sie können tatsächlich nicht nur Ihre Arbeitswelt, sondern viel mehr von der Welt verbessern, indem Sie Fahrgemeinschaften bilden, Mehrwegverpackungen benutzen und nicht nur das Licht, sondern auch den Computer vollständig ausschalten, wenn Sie gehen. Ein Computer, der 24 Stunden am Tag angeschaltet ist, verursacht im Jahr einen Ausstoß von 680 Kilogramm CO2. 100 bis 500 Bäume − je nach Sorte − sind nötig, um diese Menge CO2 wieder zu absorbieren. Auf der Website www.ecofoot.org können Sie übrigens berechnen,wie viel CO2 Sie in ihrem Arbeitsleben so freisetzen.Wenn beispielweise herauskommt, dass man 2,2 Erden brauchen würde, wenn alle so leben würden wie Sie, läuft etwas falsch. Jeden Tag werden rund 14 Millionen Kugelschreiber auf der Welt verkauft. Wussten Sie, dass man sie nicht kompostiert oder recycelt? Ein guter Grund, Kugelschreiber bis zum letzten Tintentropfen zu verwenden. Wird auch an Ihrem Arbeitsplatz zwangsläufig viel telefoniert? Dann lächeln Sie einfach in den Hörer, selbst wenn Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Welt sitzt und das gar nicht sehen kann. Lächeln kann man nämlich hören. Und lächelnd geht alles leichter, wie wir wissen. Wer Schwierigkeiten mit dem Lächeln hat, kann einen alten Trick anwenden: Erst mal eine Minute einen Bleistift quer zwischen die Zähne stecken, so dass die Mundwinkel hochgedrückt werden. Das Hirn registriert nur Lächeln, nicht den Trick. Glauben Sie nicht? Ist aber erwiesen. Handygespräche in Büros können nervig sein − für die Zuhörenden. Denken Sie daran, dass es Leute ermüdet, ständig mit anhören zu müssen, was Sie gerade machen, was Oma tut, warum Knut nicht anruft usw. In Deutschland soll es mehr Mobilfunkverträge geben als Einwohner. Und rund 100 Millionen ausgediente Mobiltelefone liegen irgendwo in Schubladen. Sie könnten anderen Menschen noch helfen. Solche Verwendungsmöglichkeiten finden Sie im Internet unter . E-Mails sind praktisch, besonders über große Entfernungen − aber oft auch sehr unpersönlich. Streuen Sie doch ab und zu mal eine Formulierung ein wie "Tut mir leid, dass dies eine EMail ist und kein persönliches Gespräch" oder "E-Mails sparen Zeit; sie nicht auszudrucken spart Bäume." Stefanie Neumann las vor einem Jahr im Hamburger Abendblatt einen Artikel über die "Arche", eine Initiative, die arme Kinder mit warmen Mahlzeiten versorgt. Die Friseurin entschloss sich, einen Tag pro Woche weniger zu arbeiten (trotz entsprechendem Verdienstausfall), um diesen Kindern einen Tag ihrer Zeit zu schenken. Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. "Ich habe meinen Entschluss nicht eine Sekunde lang bereut", sagt Stefanie Neumann. Vielleicht haben Sie auch eine ähnliche Idee?

  • Einfach die Welt verändern − im Job. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung. Pendo- Verlag, 59 Seiten, 9,90 Euro. Hg. von "We Are What We Do".