Zeittafel: Hamburg im 18. Jahrhundert

1729 Vom Dammtor zum Rothenbaum (außerhalb der Stadtmauer) wird eine breite Alleestraße gebaut.

1735 Stiftung der Commerzbibliothek.

1737 Durch die Gründung der Loge "Absalom zu den drei Nesseln" in Hamburg wird das Freimaurertum in Deutschland eingeführt.

1746 Die Kartoffel, bis dahin im Norden Deutschlands noch unbekannt, wird in den Vierlanden angebaut.

1750 Ein Blitzschlag zerstört die Michaeliskirche, erbaut 1678.

1765-63 Der siebenjährige Krieg

1762 Einweihung der neuen großen Michaeliskirche, erbaut von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin.

1765 Conrad Ernst Ackermann errichtet am Gänsemarkt ein neues Schauspielhaus. Kaufleute und Akademiker gründen die "Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe", kurz "Patriotische Gesellschaft". "Patriot" bedeutet "uneigennütziger Förderer des Allgemeinwohls". Mitbegründer sind u.a. der Baumeister Sonnin und Johann Georg Büsch. Die "Patrioten" setzen sich u.a. für den Kartoffelanbau in Deutschland ein und installieren den ersten Blitzableiter in Europa.

1767 Das Ackermann'sche Theater wird als "Nationaltheater" weitergeführt, mit Gotthold Ephraim Lessing als Dramaturg (nur 1 Jahr). Die Patriotische Gesellschaft gründet eine Handelsakademie zur Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses. Samuel Heinicke richtet in Eppendorf Deutschlands erste Taubstummenanstalt ein.

1768 Der Gottorper Vertrag beendet die jahrhundertelangen Auseinandersetzungen Hamburgs mit Dänemark. Hamburg wird als reichsunmittelbare Stadt anerkannt und erwirbt die gegenüberliegenden Elbinseln.

1769 "Theaterstreit" zwischen dem aufklärerischen Bergedorfer Pastor und Bühnen-Autor Johann Ludwig Schlosser und dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze über die "Sittlichkeit des Schauspiels". Goeze wettert, dass das Komödienschreiben einem Prediger nicht anstehe; Pastoren dürften auch keine Komödien besuchen.

1770 Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock zieht nach Hamburg.

1771 Große Überschwemmungen. Lessing verlobt sich mit der verwitweten Hamburger Kauffrau Eva König. Erst 1776 können sie heiraten. 1778 stirbt Eva Lessing an Kindbettfieber.

1772 Erstaufführung von Lessing "Emilia Galotti" und des "Messias" von Händel.

1773 An der Westseite der Großen Johannisschule wird das Krameramtshaus neu erbaut. Das Krameramt umfasst die Seiden-, Kraut-, Eisenkrämer und Kuchenbäcker.

1783 Auf dem Hamburger Schiff "Elise Katharina" werden viele Frauen, die wegen sog. "liederlicher Lebensweise" im Spinnhaus saßen, nach Philadelphia abtransportiert.

1787/88 Hamburgs erstes Adressbuch erscheint, an den Straßenecken werden Straßennamen angebracht, die Häuser numeriert. Der Überseekaufmann Caspar Voght gründet die "Allgemeine Armenanstalt".

(Nach: Rita Bake/Birgit Kiupel: "Sach- und Gefühlslexikon von Abschied bis Zuckerbäcker", Dölling & Galitz)

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