Gedenken

Volkstrauertag: Woran wird am stillen Feiertag erinnert?

| Lesedauer: 4 Minuten
Am Volkstrauertag am 17. November 2019 wird bundesweit mit Kranzniederlegungen und Feierstunden der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Am Volkstrauertag am 17. November 2019 wird bundesweit mit Kranzniederlegungen und Feierstunden der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.

Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Am 14. November wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. Was er bedeutet, woran er erinnert und warum ein Tanzverbot gilt.

Berlin. 
  • Der Volkstrauertag wird in diesem Jahr am 14. November begangen


  • Er erinnert an die Toten der Kriege und Opfer von Gewalt

  • Bundesweit finden zahlreiche Veranstaltungen statt

Immer zwei Sonntag vor dem ersten Advent wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. In diesem Jahr fällt der Gedenktag auf den 14. November. Er ist damit einer von mehreren Tagen im November mit einer ernsten Bedeutung. Wir informieren darüber, was es mit dem Volkstrauertag auf sich hat.

Welche Bedeutung hat der Volkstrauertag?

Der Volkstrauertag erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen. Der ursprüngliche Gedanke, dass es nur um Kriegstote geht, ist ein Stück erweitert worden, etwa um Opfer von Rassismus.

Welche Funktion hat der Volkstrauertag?

Wichtigster Punkt ist das Gedenken der Toten. Dies geschieht bundesweit in zahlreichen Veranstaltungen unterschiedlicher Größe und politischer Gewichtung.

Welche Rolle spielt die Kirche?

Es finden zahlreiche Gedenkgottesdienste statt, im Kern ist der Volkstrauertag aber kein religiöser, sondern ein staatlicher Feiertag.

Seit wann gibt es den Volkstrauertag?

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge schlug den Gedenktag 1919 vor – 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1925 war dann der erste richtige Volkstrauertag – 1926 fiel die Entscheidung, ihn zur jährlichen Einrichtung zu machen, genannt „Sonntag mit reichsweiter Staatstrauer“.

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Wie nutzten die Nazis den Volkstrauertag?

Die Nationalsozialisten übernahmen 1934 den Volkstrauertag und nannten ihn in „Heldengedenktag“ um. Dabei wurde er inhaltlich gedreht – vom Gedenken an die Opfer zur Verehrung vermeintlicher Helden.

Wie ging es nach dem Zweiten Weltkrieg weiter?

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in den drei westlichen Besatzungszonen den Bedarf nach einem Volkstrauertag, der aber unterschiedlich terminiert wurde. In der DDR wurde ein „Internationaler Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus und imperialistischen Krieg“ eingeführt.

1952 erließ die Bundesrepublik Gesetze über Feiertage – und regelte damit final, dass der Volkstrauertag immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent stattfindet, gefolgt vom Totensonntag.

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Gibt es eine zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag?

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltet um 13.30 Uhr im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin die Zentrale Gedenkstunde unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. 2021 stehen die Feierlichkeiten im Zeichen der Erinnerung an den deutschen Vernichtungskrieg in Ost- und Südeuropa.

Außerdem wird in der Neuen Wache in Berlin, der Zentralen Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, ein Kranz niedergelegt. Verfassungsorgane der Bundesrepublik nehmen an dem Gedenken am Volkstrauertag teil, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ob die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Veranstaltung teilnimmt, dürfte davon abhängen, ob sie am Volkstrauertag noch im Amt ist.

Was ist die Rolle des Bundespräsidenten?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, spricht das Totengedenken. Es ist 1952 von Theodor Heuss eingeführt worden. Es beginnt mit den Worten: „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.“

Wann ist Volkstrauertag in 2021, 2022 und darüber hinaus?

  • 14. November 2021
  • 13. November 2022
  • 19. November 2023
  • 17. November 2024

Gibt es ein Tanzverbot am Volkstrauertag?

Der Volkstrauertag ist ein stiller Tag, entsprechend gibt es Regelungen, was erlaubt ist und was nicht. Tatsächlich haben alle Bundesländer irgendeine Form von Tanzverbot. Das regeln sie für sich in den Sonn- und Feiertagsgesetzen. So gilt in Jahren ohne Corona-Pandemie in Berlin von 4 bis 21 Uhr Tanzverbot, in Hamburg von 6 bis 17 Uhr, in Niedersachsen von 5 bis 24 Uhr, in Nordrhein-Westfalen von 5 bis 18 Uhr und in Thüringen von 3 bis 24 Uhr. Weil wegen der Pandemie Clubs sowie geschlossen sind, ist das in diesem Jahr hinfällig.

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Anders als zum Beispiel am Karfreitag ist das Tanzverbot an Volkstrauertag aber weniger heftig umstritten – wohl hauptsächlich, weil die meisten Menschen am Montag danach ohnehin arbeiten müssen und nicht unbedingt noch einen Diskobesuch am Abend planen. (ses/cho)