Dreikönigstag

Heilige Drei Könige – Feiertag und großes Missverständnis

Die Heiligen Drei Könige an der Krippe mit dem Jesuskind. Eine Wandmalerei aus Zypern.

Die Heiligen Drei Könige an der Krippe mit dem Jesuskind. Eine Wandmalerei aus Zypern.

Foto: imago stock&people

Am 6. Januar feiern Christen die Heiligen Drei Könige. Dabei gilt als sicher: Könige waren es nicht, die Jesus an der Krippe besuchten.

Berlin.  Mal sind es Magier, mal Weise oder Sterndeuter; je nach Übersetzung des Matthäus-Evangeliums. Dass die drei Herren, die dem christlichen Glauben nach das Jesuskind in Bethlehem in seiner Krippe aufsuchten, Könige waren, ist dagegen nirgendwo belegt. Wie kam es trotzdem dazu, dass heute ihr Gedenktag am 6. Januar „Heilige Drei Könige“ heißt?

In der Bibel heißt es: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ Vermutlich erst Jahrhunderte später machte der Volksglauben aus den Weisen Könige. Diese Deutung leitete sich wohl aus der Zahl und der Kostbarkeit der Geschenke ab, die sie dem Neugeborenen brachten.

Gebeine kamen als Kriegsbeute nach Köln

Seit etwa dem sechsten Jahrhundert werden ihre Namen mit Caspar, Melchior und Balthasar angegeben. Auf Gemälden und wird zumeist Caspar als Myrrhe schenkender Afrikaner, Melchior als Goldschätze überreichender Europäer und Balthasar als asiatischer König gezeigt, der Weihrauch zur Krippe bringt.

Nach einer Legende wurden die Gebeine zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen die sterblichen Überreste nach Mailand gelangt sein. Der Überlieferung zufolge fanden die drei Könige ihre letzte Ruhe schließlich in einem goldenen Sarg im Kölner Dom. Zuvor hatte der Kölner Erzbischof und Reichskanzler von Kaiser Barbarossa, Rainald von Dassel, die Gebeine 1164 als Kriegsbeute nach Köln überführt.

Offizieller Feiertag in drei Bundesländern

Jedes Jahr am 6. Januar können Besucher einen Blick auf die in dem Sarg enthaltenen Gebeine werfen. Der von Nikolaus von Verdun Anfang des 13. Jahrhunderts geschaffene Schrein gehört zu den wichtigsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters.

Das Dreikönigsfest ist in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt offizieller Feiertag.

Die Heiligen Drei Könige werden als Schutzpatrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner verehrt. Seit 1959 fördert das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ die Sternsingeraktion, bei der Kinder als Könige verkleidet Spenden für ihre notleidenden Altersgenossen in den Entwicklungsländern sammeln.

Orthodoxe Christen feiern jetzt Weihnachten

Das Dreikönigsfest erinnert auch an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher wird der Tag auch Epiphanias genannt – abgeleitet vom griechischen Wort „epiphaneia“ für „Erscheinung“. Es ist eines der ältesten christlichen Feste.

Diese Feste feiern die Weltreligionen zum Jahresende
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Viele orthodoxe Christen feiern zudem in der Nacht zum 7. Januar das Weihnachtsfest. Die russisch-orthodoxe Kirche begehen Weihnachten nach dem julianischen Kalender – und damit 13 Tage nach den katholischen und protestantischen Christen. Auch die serbischen, georgischen und ukrainischen Orthodoxen sowie einige weitere Kirchen, die nicht der gregorianischen Kalenderreform gefolgt sind, feiern die Geburt Christi in der Nacht zum 7. Januar. (mit Material von dpa)