Zürich

Schweizer lockern für reichen Scheich das Nachtflugverbot

Flug-Affäre um den Ex-Emir von Katar. Er durfte nachts in der Fifa-Stadt Zürich landen. Plane-Spotter zeigen Bilder bei Twitter.

Zürich/Hamburg. Diskretion! Das Allerwichtigste ist Diskretion! Doch die erste Regel beim überraschenden Besuch des schwerreichen, aber eben auch schwer kranken früheren Emirs von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani, in der Schweiz ist schon beim Betreten des Landes gebrochen worden. Schuld war die Schweizer Ordnungsliebe und der Bruch der eidgenössischen Regeln. Wie die renommierte Schulthess Klinik in Zürich mitteilte, sei der VIP-Patient an der linken Hüfte operiert worden. Der Eingriff sei von "Chefarzt PD Dr. med. Michael Leunig durchgeführt" worden. "Die Operation ist ohne Komplikationen und zur vollsten Zufriedenheit verlaufen. Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani befindet sich nun im Genesungsprozess und erholt sich sehr gut."

So weit die Klinik, die noch ergänzt: "Diese Information erfolgt im Auftrag des Patienten. Aus Gründen der Diskretion erteilt die Schulthess Klinik keine weiteren Auskünfte."

Das ist aber nur die halbe Geschichte. In Wahrheit ist die Ankunft des Scheichs und Ex-Herrschers aus dem Emirat, das 2022 im Winter die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten wird, neben der Fifa das Skandalträchtigste, was die Schweiz in diesen Tagen zu bieten hat.

Denn eigentlich herrscht am Airport von Zürich in Kloten ein strenges Nachtflugverbot. Doch für den einstigen Emir und seine Entourage haben die Schweizer zu Weihnachten gleich mehrere Augen zugedrückt. Für drei Passagierjets des arabischen Königshauses wurden deutlich vor 6 Uhr Landegenehmigungen erteilt. Der "Tagesanzeiger" berichtet, zusätzlich seien weitere Maschinen gelandet, darunter eine Boeing 747 (Jumbo-Jet) aus der Regierungsflotte von Katar.

Was die ganze Familie, die Freunde und der Rest der Entourage so in Zürich machen, ist nicht genau bekannt. In jedem Fall besitzt die Familie ein Luxushotel in der Stadt. Und der Weltfußballverband Fifa ist auch nicht weit. Nur für den Fall, dass es da etwas zu besprechen gibt.