Bucaramanga. Sie sollten die Eliteeinheit infiltrieren und den Soldaten und Polizisten den Kopf verdrehen, so ein Ex-Polizist bei einer Buchvorstellung.

Auf der Flucht vor seinen Verfolgern soll der kolumbianische Drogenbaron Pablo Escobar (1949-1993) angeblich auch auf die Verführungskünste schöner Frauen gesetzt haben. Sie sollten die Eliteeinheit infiltrieren und den Soldaten und Polizisten den Kopf verdrehen. „Es waren 90 Mädchen, die die Mitglieder der Einheit zu einer Feier bringen sollten. Dort wollte er sie mit Zyanid vergiften“, erzählte der Ex-Polizist Hugo Aguilar am Donnerstagabend (Ortszeit) bei der Vorstellung seines Buchs „So habe ich Pablo Escobar getötet“.

Aguilar hatte den Chef des Medellín-Kartells am 2. Dezember 1993 auf der Flucht erschossen. Zuvor hatten kolumbianische und US-Ermittler den damals mächtigsten Drogenhändler der Welt monatelang gejagt. Beamte der US-Antidrogenbehörde DEA hätten nach den tödlichen Schüssen Escobar einen Teil seines Schnurrbarts abgeschnitten, erzählte Aguilar.

Nach seinem Austritt aus dem Polizeidienst war Aguilar von 2004 bis 2008 Gouverneur des Departamento de Santander im Osten des Landes. Wegen Kontakten zu den rechtsgerichteten Paramilitärs musste er dann ins Gefängnis. Im Mai wurde er entlassen, nachdem er drei Viertel seiner neunjährigen Haftstrafe abgesessen hatte.