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Guter, böser Drogenboss

Der Action-Thriller „Escobar“ setzt auch auf Romantik

Er galt als der brutalste und bis zu seinem Tod im 1993 als der mächtigste Drogenhändler der Welt: Pablo Escobar. Der italienische Schauspieler Andrea di Stefano beleuchtet in seinem Regie­debüt verschiedene Facetten des ­kolumbianischen Drogenbarons, der von Benicio Del Toro gespielt wird. ­Dabei erzählt er Escobars Geschichte nicht als chronologisches Biopic, sondern aus der Perspektive des jungen ­kanadischen Surfers Nick (Josh Hutcherson), der zusammen mit seinem Bruder Dylan (Brady Corbet) in Kolumbien eine Surfschule aufbauen möchte. Dort verliebt er sich in die hübsche Maria (Claudia Traisac), eine Nichte von Escobar, und kommt so in Kontakt zu ihrem berühmten Onkel. Erst nach und nach wird dem naiven Nordamerikaner klar, mit wem er es zu tun hat. Immer tiefer wird er in die Machenschaften des Medellin-Kartells mit hineingezogen.

„Escobar – Paradise Lost“ zeigt nicht nur den brutalen Drogenhändler, der für hunderte von Morden verantwortlich ist, sondern einen Mann, der sich gegenüber der armen Landbevölkerung als Wohltäter aufspielt. „Onkel Pablo“ lässt Krankenhäuser und Schulen bauen, er ist ein wichtiger Arbeitgeber, der den Menschen in Medellin Hoffnung auf eine bessere Zukunft gibt. Woher das Geld kommt, danach fragt niemand.

Benicio Del Toro beherrscht den Thriller durch seine ungeheure Präsenz und Wandlungsfähigkeit. Im zweiten Teil des immer spannender werdenden Films spielt er Escobar als wildes Tier, das ums Überleben kämpft und alles vernichtet, was ihm gefährlich werden könnte.

„Escobar – Paradise Lost“ F/E/B/PA 2014,114 Min., ab 16 J., R: Andrea Di Stefano,D: Benicio Del Toro, Josh Hutcherson, Claudia Traisac, täglich im 3001, Abaton (OmU), Koralle, Passage, Zeise; www.escobar-paradiselost.de