SPD-Politiker

Gedenkfeier für „politische Legende“ Egon Bahr in Berlin

Henry Kissinger würdigte Egon Bahr als guten Freund mit Willensstärke. Sigmar Gabriel sagte: „Eine politische Legende ist gegangen.“

Berlin.  Humorvoller Ratgeber, politische Legende, lebenslanger Freund: Rund einen Monat nach dem Tod von Egon Bahr haben Freunde und politische Weggefährten des SPD-Politikers gedacht. „Mit Egon Bahr hat Europa einen historischen Friedenspolitiker, unser Land einen großen Patrioten und die deutsche Sozialdemokratie einen Vordenker verloren“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Donnerstag in der Berliner Marienkirche. „Eine politische Legende ist gegangen.“

Bahr war am 19. August im Alter von 93 Jahren gestorben. Er gilt als Architekt der deutschen Ostpolitik - mit der Maxime Wandel durch Annäherung - und war ein enger Wegbegleiter von Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992).

Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger würdigte Bahr als guten Freund mit der Willensstärke, einen politisch schwierigen Weg zu gehen. Ohne diese neue Politik wären Mauerfall und deutsche Wiedervereinigung nicht möglich gewesen, betonte Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD). „Man spürte in seinen Erzählungen, wie viel Mut es brauchte, diese neuen Wege zu gehen.“

Bahr war in der vergangenen Woche auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt worden.