Anatomie

Australischer Künstler züchtet sich ein "Ohr" am Arm

Foto: epa-Bildfunk / dpa/picture alliance

Deformierung und Überwachung? Kein Problem! Anatomie-Künstler Stelarc will sich über ein Mikro an seinem "Ohr" ständig zuhören lassen.

Der Direktor des Labors für alternative Anatomie an der Universität Curtin im Westen Australiens hat ein neues Experiment am eigenen Körper durchgeführt. Am linken Arm ließ sich der auch als Künstler Stelarc bekannte Mann ein Ohr wachsen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP:

Einem australischen Rundfunksender sagte er, das Ohr sei über Jahre "teilweise aus plastischer Chirurgie und teilweise aus Zellwachstum" entstanden. Doch damit nicht genug: Das "Ohr" soll künftig auch "hören" können: Stelarc will es mit einem Mini-Mikrofon bestücken. Drahtlos soll es mit dem Internet verbunden sein und die User sollen ihm dann ständig zuhören können - egal wo er ist oder was er tut. "Der Plan ist, dass das Ohr immer online ist." Offline werde er lediglich sein, wenn sein WLAN zu Hause ausgeschaltet sei oder kein Internet-Hotspot zur Verfügung stünde."Einen An-Aus-Knopf wird es nicht geben", sagt Stelarc.

Zusätzlich soll das "Ohr" einen GPS-Sender bekommen, der ständig mitteilt, wo sich der Mann befindet.

Stelarcs Thema ist seit Jahren die Auflösung der Grenzen zwischen Mensch und Maschine: Er baute sich in einem früheren Experiment einen dritten Arm an, mit dem er schreiben könnte, baute ein Exoskelett und ließ sich eine Skulptur in den Magen implantieren.