Rassismus

Nach Kirchenmassaker: Obama benutzt das „N-Wort“

US-Präsident Barack Obama zeigte sich geschockt von den Ereignissen in Charleston

US-Präsident Barack Obama zeigte sich geschockt von den Ereignissen in Charleston

Foto: Michael Reynolds / dpa

Nach dem Amoklauf in einer Kirche in Charleston hat sich US-Präsident Obama bei einem Audio-Podcast geäußert - und das Tabu-Wort gesagt.

Washington. Nach dem Kirchen-Massaker in den USA aus mutmaßlich rassistischen Motiven spricht Präsident Barack Obama Klartext - und nimmt sogar das tabuisierte „N-Wort“ in den Mund. „Wir sind vom Rassismus nicht geheilt“, sagte er dem Audio-Podcast WTF. „Und es geht dabei nicht nur darum, unhöflich zu sein und das Wort Nigger in der Öffentlichkeit zu sagen“, meinte er am Montag. Die Gesellschaft lege nicht einfach ab, was vor 200 oder 300 Jahren passierte, meinte er mit Blick auf die Unterdrückung der Schwarzen in der US-Geschichte.

Das Wort Nigger gilt in den USA als extremes Schimpfwort. Schwarze werden in den USA in aller Regel als Afroamerikaner bezeichnet.

Nach neun ermordeten Afroamerikanern in einer Kirche in Charleston im Südstaat South Carolina ermitteln die Behörden in Richtung rassistische Motive. Der mutmaßliche 21-jährige Täter - ein Weißer - soll ein rassistisches Manifest ins Internet gestellt haben und darin Schwarze, Juden, Latinos und anderen Minderheiten beschimpf haben. (dpa)