Berliner Charité

Frühchen von 65-Jähriger sind „zerbrechlich, aber süß“

Ärzte haben heute über den Zustand der vor rund einer Woche geborenen Vierlinge Auskunft gegeben. Die Babys sind "Hochrisikopatienten".

Den vier Frühchen der 65-jährigen Annegret R. geht es nach Auskunft der behandelnden Ärzte den Umständen entsprechend gut. Die vor rund einer Woche geborenen Vierlinge der nunmehr 17-fachen Mutter hätten bereits an Gewicht zugelegt. Die Vierlinge seien „ganz zerbrechlich, aber auch ganz süß“, sagte der Direktor der Klinik für Neonatologie an der Berliner Charité, Professor Christoph Bührer, am Mittwoch in Berlin. Statistisch handele es sich aber natürlich um „Hochrisikopatienten“. Die Kinder seien erhöhten Risiken bezüglich ihrer Gesundheit und ihrer späteren Entwicklung ausgesetzt.

Zwei der vier Kinder atmeten rund eine Woche nach ihrer Geburt spontan und bekämen nur Atemhilfe. Die beiden anderen Frühchen würden noch mit Maschinen beatmet. Wie Professor Bührer weiter sagte, ist eines der am Dienstag vergangener Woche geborenen Kinder operiert worden, und zwar am Dünndarm.

Die 65-jährige Mutter hatte am Dienstag vergangener Woche per Kaiserschnitt ein Mädchen und drei Jungen zur Welt gebracht. Wegen des Alters der Mutter hatte der Fall eine ethische Debatte über Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin ausgelöst. Annegret R. hatte sich Medienberichten zufolge in der Ukraine Embryos aus Ei- und Samenzellspenden einsetzen lassen. Sie gilt als weltweit älteste Mutter von Mehrlingen.

Der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin an der Berliner Charité, Wolfgang Henrich, sprach von einer „Herausforderung“, Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettphase der 65-Jährigen in seiner Einrichtung zu betreuen. Er glaube aber nicht, dass der Fall Nachahmer in der Bevölkerung finden werde. Wie Henrich weiter sagte, werden die Kinder zum Teil über die eigene Muttermilch der 65-Jährigen ernährt, die abgepumpt werde. (dpa)