Italien

Tausende Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

Flüchtlinge vor der italienischen Insel Lampedusa (Archivbild)

Flüchtlinge vor der italienischen Insel Lampedusa (Archivbild)

Foto: Darrin Zammit Lupi / dpa

Fregatte und Patrouillenboote bergen Migranten. Papst Franziskus inspiriert private Initiativen zur Rettung von Flüchtlingen.

Rom/La Valletta. Am Sonnabend waren es wieder 4327 Flüchtlinge, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Und das ist nur die offizielle Zahl. Der Strom der Arbeit und Hilfesuchenden aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens und aus Afrika gen Europa hält an. Die italienische Küstenwache hat die meisten der Geretteten aus dem Mittelmeer vor der libyschen Küste geborgen. 16 Schiffe seien beteiligt gewesen, teilte die Küstenwache mit. Die Flüchtlinge sollen nun zur italienischen Insel Lampedusa, nach Sizilien und Kalabrien gebracht werden.

Unter diesen Schiffen war auch das Patrouillenboot "Commandant Birot" der französischen Marine, das seit knapp zwei Wochen für den "Triton"-Einsatz unter Leitung der EU-Grenzschutzagentur Frontex unterwegs ist. Wie die Seepräfektur in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon mitteilte, nahm es insgesamt 217 Menschen von drei Booten auf. Zwei mutmaßliche Schleuser wurden festgenommen.

Die italienische Fregatte "Bersagliere" nahm 78 Migranten auf, das italienische Patrouillenschiff "Vega" weitere 675. An den Einsätzen waren mehrere Schiffe der Küstenwache und des italienischen Zolls sowie zwei Schlepper und zwei Frachter beteiligt.

In den ersten Monaten dieses Jahres kamen nach Schätzungen im Mittelmeer mehr als 1750 Flüchtlinge ums Leben – 30-mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die bislang größte Katastrophe ereignete sich Ende April, als beim Untergang eines völlig überladenen Schiffes vor der Küste Libyens möglicherweise mehr als 800 Menschen starben.

Nach den Flüchtlingstragödien beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel Ende April, die Mittel für die "Triton"-Überwachungsmission zu verdreifachen. "Triton" hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Neben der EU-Mission haben Ärzte ohne Grenzen und die auf Malta registrierte gemeinnützige Stiftung Migrant offshore aid station (Moas) ihren eigenen Rettungseinsatz ins Leben gerufen. Ihr Schiff "MV Phoenix" brach am Sonnabend von Malta aus zu einer sechsmonatigen Mission im Mittelmeer auf. Ausgerüstet ist das Schiff mit einer Drohne zur Ortung von Booten in Seenot. Bei einem ähnlichen zweimonatigen Einsatz war das Schiff im vergangenen Jahr an der Rettung von rund 3000 Menschen beteiligt gewesen.

Mehr Container für Flüchtlinge
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Regina Catrambone und ihr Ehemann Christopher, ein italienisch-amerikanisches Unternehmerpaar, das seit mehreren Jahren auf Malta lebt, gründete diese privat finanzierte Flüchtlingshilfe. „Tatsache ist, dass wir nur ein Schiff haben“, sagt Regina Catrambone. „Es ist voller Liebe, Energie und Menschen, die an dieses Projekt glauben“, fügt die Italienerin hinzu. Inspiriert von einer Rede von Papst Franziskus, gründete das Paar mit eigenen Mitteln die Migrant Offshore Aid Station (MOAS). Doch ihre Flüchtlingshilfe brauche Nachahmer und Unterstützer. „Wir können das nicht alleine bewerkstelligen“, sagt Catrambone. Sie ruft Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf, dem Beispiel der MOAS zu folgen. Auch von Hamburg aus startete eine Initiative zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. (HA/dpa)