Star Trek

„Mr. Spock“-Darsteller Nimoy stirbt an Lungenkrankheit

Der US-Schauspieler Leonard Nimoy ist tot. Der Darsteller von „Mr. Spock“ erlag seinem Lungenleiden

Der US-Schauspieler Leonard Nimoy ist tot. Der Darsteller von „Mr. Spock“ erlag seinem Lungenleiden

Foto: Nina Prommer

US-Schauspieler Leonard Nimoy ist tot. Der „Mr. Spock“-Darsteller ist am Freitag im Alter von 83 Jahren in Los Angeles gestorben.

New York.  US-Schauspieler Leonard Nimoy ist tot. Wie die „New York Times“ berichtete, und nun auch sein Agent bestätigt, verstarb der als „Mr. Spock“ bekannt gewordene Schauspieler im Alter von 83 Jahren am Freitag. Das Blatt beruft sich auf Informationen seiner Ehefrau. Demnach sei Nimoy auf dem Anwesen in Bel Air in Los Angeles gestorben. Die Todesursache sei eine schwere Lungenerkrankung im Endstadium gewesen, sagte seine Ehefrau Susan Bay Nimoy dem Blatt.

Bereits vergangene Woche soll der „Star Trek“-Star wegen starker Brustschmerzen in ein Krankenhaus in Los Angeles eingeliefert worden, berichtete das Promi-Portal tmz.com. In der Klinik sei schließlich eine unheilbare Lungenkrankheit diagnostiziert worden.

In den vergangenen Monaten hatte sich Nimoy wiederholt zu Untersuchungen ins Krankenhaus begeben müssen. Vor Jahresfrist hatte der Mime seine chronisch obstruktive Lungenerkrankung öffentlich gemacht. „Vor 30 Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Offensichtlich nicht früh genug“, twitterte Nimoy damals.

Obama würdigt Nimoy

US-Präsident Barack Obama hat den verstorbenen Schauspieler Leonard Nimoy gewürdigt. „Ich habe Spock geliebt“, erklärte der Präsident mit Blick auf die Rolle des spitzohrigen Halbvulkaniers in der Kult-Serie „Raumschiff Enterprise“ (Originaltitel: „Star Trek“), mit der Nimoy weltberühmt wurde. „Kühl, logisch, mit großen Ohren und ausgeglichenem Temperament“ sei der wissenschaftliche Offizier Mr. Spock ein Beispiel für die „optimistische Zukunftsvision“ von „Star Trek“ gewesen. „Lange bevor es cool war, ein Nerd zu sein, gab es Leonard Nimoy“, fügte der Präsident hinzu.

Auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood, wo auch Nimoy mit einem Stern verewigt ist, versammelten sich „Star Trek“-Fans zu einem spontanen Gedenken und legten Blumen nieder. „Vor Obi-Wan, vor Yoda, vor ‘Star Wars’, da gab es Spock“, sagte einer der Trauernden, Gregg Donovan. „Überall auf der Welt kennen die Leute ‘Star Trek’.“ Nimoy sei eine „Ikone“ gewesen.

Bewegende Worte von Kirk

Mit bewegenden Worten hat William Shatner (83) Abschied von „Mr. Spock“-Darsteller Leonard Nimoy genommen. „Ich habe ihn wie einen Bruder geliebt“, schrieb der Darsteller von „Captain Kirk“ auf Twitter. „Wir alle werden seinen Humor, seine Begabung und seine Fähigkeit zu lieben vermissen.“ Shatner und Nimoy waren als Captain und Commander die Stars von „Raumschiff Enterprise“. Beide waren fast auf den Tag genau gleich alt. Im Internet haben auch weitere Fans des Schauspielers reagiert und gedenken ihrem Idol mit seiner über die Serie hinaus bekannten Geste des „Vulkanier“-Grußes.

Nimoy selbst hatte sich vor vier Tagen zum letzten Mal öffentlich per Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort gemeldet: „Das Leben ist wie ein Garten. Perfekte Momente sind möglich, aber sie können nicht bewahrt werden, außer im Gedächtnis.“

Für die Serie Raumschiff Enterprise, dem Vorgänger der Kinoreihe, stand er seit Beginn im Jahr 1966 vor der Kamera. Zuletzt war er im 2013 veröffentlichten Film „Star Trek Into Darkness“ zu sehen.

Das Leben des „Mr. Spocks“

Der Sohn jüdisch-orthodoxer, jiddisch sprechender Einwanderer aus der Ukraine begann seine Karriere als Kinderdarsteller in seiner Geburtsstadt Boston. In dem Fernsehfilm „Die Bibel - David“ spielte Nimoy 1997 die Rolle des Samuel.

Auch politisch war Nimoy engagiert. Im Nahost-Konflikt sprach er sich 2011 für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. In einem Offenen Brief verwies er unter anderem auf die „Star Trek“-Episode „Let That Be Your Last Battlefield“ (deutsch: „Bele jagt Lokai“, 1969), in der sich ein schwarz-weißer Mutant vom Planeten Cheron und ein weiß-schwarzer Gegenspieler im Namen ihrer historischen Identität bekämpfen.

Der Vergleich solle „die sehr realen Probleme, die Israelis und Palästinenser trennen, nicht herunterspielen“. Das fiktive Drama zeige aber, dass ein Mythos zur Falle werden könne. Ein Kompromiss müsse durch Landtausch zu „zwei Staaten für zwei Nationen“ führen; der von Palästinensern bewohnte Teil Jerusalems solle Hauptstadt Palästinas werden.

Lange Zeit tat er sich damit schwer und nannte seine erste Autobiografie sogar provozierend: „Ich bin nicht Spock.“ Irgendwann fand er sich jedoch damit ab. „Wie viele Schauspieler können schon von sich behaupten, dass sie über Jahrzehnte hinweg mit einer bestimmten Rolle identifiziert werden?“, sagte er später einmal. „Das ist eine ganz besondere Ehre, wie ich finde. Zum Glück sind die Witze über meine Ohren weniger geworden.“