Umweltschutz

Marine rammt Greenpeace-Schiff vor Kanarischen Inseln

Angeblich wurden vier Aktivisten verletzt, als sie gegen Ölbohrungen in den Urlaubsgebieten protestierten. Spanische Marine: Aktivistin fiel aus Schlauchboot.

Madrid/Hamburg. Während eines Protestes von Greenpeace gegen Ölförderung im Atlantischen Ozean hat die spanische Marine ein Boot der Aktivisten gerammt und angeblich mehrere Greenpeace-Mitarbeiter verletzt. Die Umweltorgansation erklärte, vier der Demonstranten seien bei dem Vorfall nahe der Kanarischen Inseln verletzt worden, eine Person davon schwer. Nach Angaben des Greenpeace-Sprechers Joel Stewart handelt es sich bei der Schwerverletzten um eine 23-jährige Italienerin.

Die Marine bestritt die Vorwürfe. Nach ihren Angaben hatte sie zwei Boote entsendet, um Greenpeace davon abzuhalten, ein großes Ölbohrungsschiff zu entern. Eine Aktivistin sei ernsthaft verletzt worden, als sie aus dem Schlauchboot fiel und von dessen Schiffsschraube getroffen wurde. Die Marine brachte die Aktivistin laut eigenen Angaben mit einem Helikopter in ein spanisches Krankenhaus.

Im vergangenen Monat hatte das spanische Verfassungsgericht einen Antrag der Regionalregierung der Kanaren abgelehnt, der ein Referendum über Ölförderung in Gewässern vor den populären Touristeninseln erreichen wollte. Einige Anwohner befürchten, ausgeflossenes Öl könnte ihre Inseln heimsuchen und die Fischerei gefährden. Die Kanaren sind einer der größten Touristenmagnete Europas.

Die Regierung des Landes hatte dem spanischen Erdölkonzern Repsol erlaubt, Ölförderung in dem Gebiet zu betreiben. Der Ölgigant nutzt dafür ein Ölbohrungsschiff mit einer Plattform.

Die spanische Regierung hatte Repsol die Erlaubnis erteilt, vor den Küsten von Lanzarote und Fuerteventura Probebohrungen nach Erdöl vorzunehmen. Die internationalen Umweltschutzorganisationen, die Regionalregierung der Kanaren und fast alle politischen Parteien auf der Inselgruppe sind gegen die Probebohrungen. Sie befürchten negative Auswirkungen auf den Tourismus.