Italien

Mafia zwingt zum Kauf von überteuerten Weihnachtssternen

Hundert Euro für einen Weihnachtsstern - normalerweise kostet die Zierpflanze nur drei bis vier Euro. Vier Mafiosi in Italien forderten den überteuerten Preis. Sie wurden wegen Betrugs festgenommen.

Rom. Weihnachtssterne für 100 Euro: Vier Angehörige eines italienischen Camorra-Clans sind in der Nähe von Rom verhaftet worden, weil sie Ladenbesitzer zum Kauf der Zierpflanzen zu weit überteuerten Preisen gezwungen haben sollen.

Laut einem Bericht der Tageszeitung „La Repubblica“ (Dienstag) nötigten die Mafiosi Geschäftsleute in Neapel, ihnen mindestens einen Weihnachtsstern für 50 bis 100 Euro abzukaufen; der übliche Marktpreis liegt bei 3 bis 4 Euro. Mit dem Geld sollten inhaftierte Mitglieder des Mazzarella-Clans unterstützt werden. Jetzt müssen sich die Männer wegen Betrugs und Nötigung vor Gericht verantworten.

Die rotblättrigen „Stelle di Natale“ sind in Italien besonders beliebt. Weihnachtssterne sollten ja eigentlich „die Herzen der Menschen erweichen“, erklärte die Polizei. In einigen Teilen von Neapel liege indes ein „Hauch von Kriminalität“ über ihnen. Bei den Betrugsopfern handelte es sich demnach um Besitzer von Läden in einem großen Einkaufszentrum. Demnach mussten diejenigen, die sich weigerten, die maßlos überteuerten Sterne zu kaufen, mit empfindlichen Vergeltungsaktionen der Mafia rechnen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen liefen laut Polizei bereits seit Weihnachten 2011.

( (KNA/AFP) )