Ronny: Henkel Berliner Zoo ernannte Nachfolger für Thomas Dörflein

Eisbär Knut hat einen neuen Ersatzvater

Der Berliner Zoo hat einen Nachfolger für den verstorbenen Ziehvater von Eisbär Knut gefunden. Der neue Reviertierpfleger heißt Ronny Henkel (48).

Berlin. Der Berliner Zoo hat einen Nachfolger für den verstorbenen Ziehvater von Eisbär Knut gefunden. Der neue Reviertierpfleger heißt Ronny Henkel (48). Das bestätigte gestern Bären-Kurator Heiner Klös. Thomas Dörflein, der den berühmten Eisbären mit der Hand aufgezogen hatte, war im September im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Ronny Henkel (48) ist für Knut kein Unbekannter. Er war es, der das Spezial-Futter für Knut mit ausgetüftelt hatte. Henkel hat dem kleinen Bären nicht nur den überlebenswichtigen Milch-Mix eingeflößt. Er hat mit Knut ebenso herumgetollt wie Thomas Dörflein, hat sich um Knuts Gehege gekümmert, ihm ein abwechslungsreiches Zuhause gebaut und sich dafür so manchen Kratzer eingehandelt. Knut kennt Ronny Henkel, und er respektiert ihn vor allem.

Henkel arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahren für den Zoologischen Garten in Berlin. Als neuer Reviertierpfleger im Bärengehege gehören neben Knut drei Malaienbären, drei Kragenbären, drei Lippenbären, sechs Nasenbären, vier Braunbären, fünf Wildhunde, vier Polarwölfe - fünf Polarbären und eine schwarze Katze zu seinen Zöglingen: Muschi ist die langjährige Freundin der 40 Jahre alten Kragenbärin Mäuschen und aus ihrem Gehege nicht mehr wegzudenken. Diese ungleiche Liebe ist weltberühmt. Kragenbären seien ohnehin seine Lieblingstiere. "Sie sind so ruhig und ausgeglichen wie ich selbst", sagt Henkel.

Publikumsliebling Knut hat der Tierpfleger, der seit 29 Jahren bei den Bären arbeitet, natürlich auch ins Herz geschlossen. Allerdings ist der weiße Riese schon lange kein Tier mehr zum Knuddeln. Knut wiegt mit seinen fast zwei Jahren mehr als 200 Kilo. Seine morgendliche Schmuseeinheit bekommt der Eisbär deshalb nur durchs Gitter verpasst. "Das braucht er noch", sagt Henkel, der sich auf die Arbeit mit Knut freut.

Dennoch fehlt ihm Thomas Dörflein. Sein Tod sei ein Schock gewesen, sagt Henkel traurig. Er habe anfangs jeden Morgen gedacht, Thomas müsse gleich um die Ecke kommen oder in der Mittagspause mit ihm Tischtennis spielen.

Henkels Frau Ute (45) Ist ebenfalls Tierpflegerin, und sogar Sohn Lars (19) geht im Bärenrevier ein und aus. Der Zoo ist also die Leidenschaft der ganzen Familie. Daneben gibt es vor allem sonnabends die Fußball-Bundesliga. Dann sieht man Henkel selten bei seinen Tieren.